Bei Verdacht auf Schlaganfall muss es schnell gehen

Von: ath
Letzte Aktualisierung:
10063736.jpg
Steht am Lesertelefon Rede und Antwort: der Würselener Neurolloge Dr. Raimund Busch.

Würselen. Jahrestage gibt es viele und für alles Mögliche. Manche können sogar Leben retten, wie zum Beispiel der bundesweite Tag gegen den Schlaganfall. Ein Anlass, sich schlau zu machen, was da im Kopf passiert, welche Anzeichen es gibt und was zu tun ist. Denn bei Verdacht auf einen Schlaganfall muss es schnell gehen, die Zeit läuft.

Je früher mit einer Therapie begonnen werden kann, desto höher sind die Chancen, Gehirnzellen vor dem Absterben zu retten und Folgekomplikationen zu mindern, wodurch geistige und körperliche Folgen eingegrenzt oder sogar vermieden werden können.

Spezialstation

Der Schlaganfall ist daher auch Thema unserer Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ am Mittwoch, 20. Mai, mit Dr. Raimund Busch, Oberarzt der Klinik für Neurologie und Leiter der Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit) am Medizinischen Zentrum Städteregion Aachen in Würselen.

Etwa 270.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Schlaganfall, bei knapp 200.000 ist es der erste. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der über 60-Jährigen, doch auch jüngere Menschen kann es treffen. Bis zu 40 Prozent Patienten versterben innerhalb des ersten Jahres, von den Überlebenden bleiben über 60 Prozent pflegebedürftig und müssen danach mit Einschränkungen leben. Dies geht aus Zahlen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hervor.

Bei einem Schlaganfall unterscheidet man zwei Ursachen. In den meisten Fällen verschließt ein Blutgerinnsel eine Hirnarterie und führt zu einer Durchblutungsstörung. Seltener verursacht der Einriss einer kleinen Hirnarterie eine Hirnblutung. Die Nervenzellen in dem betroffenen Gebiet werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und beginnen abzusterben.

Je länger die Durchblutungsstörung anhält, desto mehr Gehirnzellen werden unwiederbringlich zerstört. Ein Schlaganfall ist daher immer ein akuter Notfall. Bei folgenden Symptomen sollte unverzüglich der Notruf 112 alarmiert werden: plötzlich auftretende Lähmungs- oder Taubheitsgefühle einer Körperhälfte und Sprach- oder Sehstörungen.

Behandelt wird ein Schlaganfall idealerweise auf einer Schlaganfallspezialstation, einer sogenannten „Stroke Unit“, wie sie auch das MZ hat. Nachdem zunächst mit einer Computertomografie geklärt wird, ob die Ursache ein Gefäßverschluss (Hirninfarkt) oder eine Hirnblutung ist, wird danach eine entsprechende Therapie eingeleitet.

„Gerade in den letzten Jahren hat es in der Schlaganfall-Behandlung große Fortschritte gegeben. Die Behandlung ist dadurch effektiver, aber auch komplexer geworden“, erklärt Dr. Busch. Auf der Stroke Unit des MZ behandelten die Ärzte jährlich circa 1300 Schlaganfallpatienten, und der Patient wird rund um die Uhr überwacht.

Durch die schnelle Durchführung notwendiger Untersuchungen, von der Computertomographie und Magnetresonanztomographie des Gehirns über die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern und Hirngefäße, die Monitorüberwachung der Kreislauffunktionen sowie spezielle Laboruntersuchungen, können Betroffene ganz gezielt behandelt werden.

„Auch die große Erfahrung des Teams ist dabei für die effektive Behandlung der Patienten wichtig“, betont der Neurologe und Leiter der Würselener Stroke Unit. Zum Team gehören neben Ärzten und Pflegepersonal auch Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Mitarbeiter des Sozialdienstes und Neuropsychologen.

Behandlung und Nachsorge

Für alle Fragen rund um das Thema, von der Vorbeugung über Anzeichen für einen drohenden Schlaganfall, Behandlung und Nachsorge, steht Dr. Busch am 20. Mai zwischen 16 und 18 Uhr am Telefon unter der Durchwahl 02405/ 62–3101 zur Verfügung. Die Nummer geben wir am Aktionstag auch noch einmal in einer gesonderten Meldung bekannt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert