Eschweiler - Behinderte arbeiten für Pharma-Firma

Behinderte arbeiten für Pharma-Firma

Von: mic
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West1_bu: Michael Doersch (links) und Heino Lennartz unterzeichneten einen Zehnjahresvertrag über eine Kooperation zwischen der Caritas Behindertenwerk GmbH und West Pharmaceutical Services. Foto: Michael Cremer
West2_bu: Solche und ähnliche Pipetten, aus drei Einzelteilen bestehend, werden künftig im Eschweiler Werk der Caritas Behindertenwerkstatt GmbH montiert. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Michael Doersch strahlte ebenso wie Heino Lennartz. Der eine ist Geschäftsführer der Caritas-Behindertenwerk GmbH, der andere Deutschland- und Europachef von West Pharmaceutical Services.

Beide setzten am Dienstag ihre Unterschrift unter einen Vertrag, der für die nächsten zehn Jahre eine enge Zusammenarbeit der Unternehmen besiegelt. West ist Marktführer bei Komponenten und Systemen zur Verabreichung von Arzneimitteln und weltweit vertreten; seinen europäischen Hauptsitz hat das Unternehmen in Eschweiler. Hier und in einem weiteren Werk in Stolberg sind 850 Mitarbeiter beschäftigt.

Lennartz war zum Eschweiler Caritas-Werk gekommen, um die Kooperation unter Dach und Fach zu bringen. Der Vertrag sieht vor, dass Beschäftigte des Behindertenwerks für West Pharma in Zukunft die Montage von Pipetten übernehmen, so wie sie etwa für Ohren- oder Augentropfen verwendet werden. Die Einzelteile - Glasröhrchen, Sauger und Schraubverschluss - werden angeliefert, montiert und gehen dann wieder an West zurück. In etwa acht Wochen soll es losgehen.

Lennartz erklärte, dass West mit diesem Schritt ein Problem gelöst habe. Denn sein Unternehmen sei ohne einen Partner wie die Behindertenwerk GmbH nicht in der Lage, diese Produkte „zu vernünftigen Preisen” anzubieten. Mit der Auslagerung verfolge West also nicht das Ziel, mehr Gewinn zu machen, sondern am Ball zu bleiben. Lennartz: „Dieses Geschäft wäre sonst für uns verloren gewesen.” Der Geschäftsführer verwies darauf, dass West traditionell dort, wo es gehe, karitative Einrichtungen unterstütze. Er machte aber auch deutlich: „Wir haben nichts zu verschenken.” Caritas-Betriebsleiter Christof Stormanns ergänzte, dass die Chargen für eine Maschinenfertigung bei West zu klein seien und eine der Pipetten-Versionen ohnehin nur von Hand montiert werden könne.

Doersch versicherte der West-Delegation: „Wir wissen, dass die Latte bei der Medizintechnik sehr hoch liegt. Aber wir können es. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gute Qualität liefern werden.” Das Behindertenwerk unterhält sechs Werkstätten in Eschweiler, Alsdorf, Würselen und Monschau mit derzeit 983 Beschäftigten. In mehr als 20 Arbeitsbereichen werden hier Produkte weiterverarbeitet. Im medizintechnischen Sektor verfügt man über reichlich Erfahrung. So betreibt das Werk neben der Konfektionierung und Verpackung von Medizinprodukten in Eschweiler eine Zentralsterilisation für viele Ärzte in der Region sowie das Eschweiler Krankenhaus.
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