Behindert oder nicht behindert ist beim integrativen Jugendcamp ganz egal

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Das integrative Jugendcamp auf Merzbrück fasziniert Teilnehmer und Betreuer gleichermaßen: Auch für die 12. Auflage hat Organisatorin Uschi Brammertz (3.v.r.) viele Sponsoren gewonnen und 95 jungen Leuten eine tolle Ferienwoche ermöglicht. Foto: Stenzel-Zenner

Städteregion. „Es ist vielseitiger geworden, und es dauert länger.“ So lautet das Resümee von Uschi Brammertz, der Organisatorin des Integrativen Jugendcamps, das in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal auf dem Flugplatz Merzbrück stattfindet. Dauerte das Camp anfangs nur drei Tage, sind es inzwischen sechs.

95 junge Leute zwischen 14 und 18 Jahren machen diesmal ganz besondere Ferien. „Das sind ein Drittel Jugendliche mit Behinderung, ein Drittel ohne Behinderung und ein Drittel Flüchtlinge“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins des Luftsportvereins Aachen, Herbert Olivier, der das Motto des Camps zusammenfasst: „Wir erleben auf dem Flugplatz Merzbrück Integration.“

Die geht noch viel weiter als das friedliche und ganz selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. „Unsere Jugendlichen kommen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland“, sagt Uschi Brammertz.

Viele Mitstreiter aus der gesamten Region holt sie Jahr für Jahr zusammen, um das Camp finanzieren zu können,. Rund 30.000 Euro Kosten verursacht dieses mittlertweile. Aber von den Teilnehmer muss keiner etwas bezahlen. „Ob sich die Eltern der Jugendlichen Urlaub leisten können oder nicht: Bei uns werden keine Unterschiede gemacht“, betont Brammertz.

Programmpunkt: Nato Airbase

Gemeinsam mit 18 Betreuern hat sie ein buntes Programm für die Woche organisierte. Capoeira, die brasilianische Kampfkunst-Gruppe aus Aachen, ist schon seit Jahren für das Opening verantwortlich. „Wenn die kommen und alle Teilnehmer tanzen mit, ist der Damm für sechs Tage Camp gebrochen“, sagt Uschi Brammertz. Außerdem wird gerappt, es wird gebastelt und man kann Rhönrad fahren oder Trampolin springen. Außerdem steht ein Besuch der Nato Airbase in Geilenkirchen auf dem Programm. Und natürlich steigen die Teilnehmer auch mit einem Segelflugzeug in die Luft.

„Das alles hat mich so fasziniert, dass ich, nachdem ich Teilnehmer war, Betreuer werden wollte. Das habe ich in diesem Jahr als Hilfsbetreuer geschafft“, erzählt der 17-jährige Enrico. „Das ist übrigens die Nachhaltigkeit des Jugendcamps“, erklärt Uschi Brammertz, denn alle Betreuer haben einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert und ihren Trainerschein beim Stadtsportbund gemacht.

Nachhaltig und besonders schön scheinen die Erlebnisse bei den Jugendcamps zu sein, denn sonst würde Nicole Motter wohl nicht schon zum dritten Mal für all die Teilnehmer kochen. „Ich stehe von 9 bis 21 Uhr in der Küche“, sagt die Stolbergerin, die gelernte Hauswirtschafterin ist. Auf rund drei Quadratmetern bewegt sie sich und kocht. Nudeln Napoli, Reis mit Geschnetzeltem, Hühnerfrikassee oder Kartoffelsuppe. Neben 13 bis 15 Salaten aus 50 Kilo Gemüse, die sie zum Grillen serviert, sind es neun Kilo Nudeln, Reis oder Fleisch, die sie zubereitet. „Nebenbei habe ich noch 40 Kuchen gebacken“, sagt sie mit einem Lächeln.

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