Bauhöfe im Visier des Handwerks

Von: Jutta Geese
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Aachen. Voller Zuversicht schaut die Handwerkerschaft in der Städteregion auf das Jahr 2011. „Die Grundstimmung bleibt positiv”, betonte der neue Kreishandwerksmeister Herbert May - wie schon bei seinem Sylvesterempfang - jetzt auch bei seinem ersten Treffren mit Städteregionsrat Helmut Etschenberg und allen Dezernenten der Städteregion.

Dabei nutzten er und seine Kollegen aus mehreren Innungen auch die Gelegenheit, einige kritische Anmerkungen zu Themen zu platzieren, die dem Handwerk bei allem Optimismus Sorgen bereiten.

An erster Stelle stehen dabei die von den Handwerkern zunehmend als Konkurrenz empfundenen städtischen Bauhöfe, aber auch andere kommunale Wirtschaftsbetriebe. Die würden - finanziert aus Steuergeldern - zum Teil mit hoch modernen Maschinen und Fahrzeugen ausgerüstet und auch personell aufgestockt, klagte May.

Mit der Folge, dass die Kommunen immer weniger Aufträge an die Privatwirtschaft vergeben. Eschweiler und Aachen sind laut Ludwig Voß, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, und Ralf Philippen, Obermeister der Bau-Innung, Beispiele dafür. Allein im Straßen- und Tiefbau habe es in der Region im vergangenen Jahr 25 Prozent weniger Ausschreibungen als im Jahr zuvor gegeben, erklärte Philippen. Etschenberg versprach, das Thema bei der Bürgermeisterkonferenz im Februar anzusprechen.

Bundesweites Sonderprogramm?

Mit Blick auf die aktuellen Frostschäden sprach Philippen spezielle das Thema Straßenunterhaltung an. Hier werde von den Kommunen generell zu wenig investiert, sagte er unter Verweis auf Zahlen von Wissenschaftlern der RWTH.

Demnach gäben die Kommunen nur ein Fünftel der erforderlichen Summe für die Straßenunterhaltung aus. Etschenberg zeigte sich überzeugt, dass es zumindest für die Frostschädenbeseitigung ein bundesweites Sonderprogramm geben werde. „Das müsste aber möglichst bald kommen”, forderte May, der zugleich Baudezernent Uwe Zink für die gute Umsetzung des Konjunkturpakets II in der Städteregion dankte. Mit Freude vernahm May die Botschaft von Etschenberg, dass die Städteregion auch in diesem Jahr größere Investitionen plant, etwa mit dem Ausbau der U3-Betreuung in Kindergärten oder mit der Erweiterung des Altenpflegeseminars in Würselen.

Nach wie vor unzufrieden ist die Handwerkerschaft mit den diversen Programmen zur Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Ein-Euro-Jobs etwa seien mitunter zu Lasten des Handwerks eingerichtet worden, hätten reguläre Beschäftigung verdrängt. Etschenberg pflichtete ihm bei, dass diese Programme nicht Konkurrenz fürs Handwerk sein dürften. In diesem Jahr stünden ohnehin nicht mehr soviel Gelder zur Verfügung, berichtete Sozialdezernent Günter Schabram. „2010 hatten wir beispielsweise in der Städteregion für Ein-Euro-Jobs rund zwölf Millionen Euro, in diesem Jahr nur noch fünf Millionen.”

Eine Bitte gab Schuldezernent Gregor Jansen den Handwerkern zum Abschluss mit auf den Weg: Sie sollten weiterhin engagiert ausbilden und dabei auch nicht diejenigen Jugendlichen außer Acht lassen, die aus unterschiedlichen Gründen als nicht ausbildungsfähig gelten. Für ihre Integration gebe es Förderprogramme und - ganz aktuell - ein neues Modellvorhaben in Alsdorf, das vom Bund gefördert werde.
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