Axel Wirtz tritt nach 18 Jahren nicht mehr an

Von: Michael Grobusch
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Gibt den Vorsitz des CDU-Kreisverbandes Aachen Land am 20. Oktober nach 18 Jahren ab: Axel Wirtz will sich in Zukunft auf die Arbeit in der Städteregionsfraktion konzentrieren. Foto: M. Grobusch/S. Essers
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Von der Spitze des Stadtverbandes an die Spitze der Kreis-CDU möchte Jochen Emonds rücken. Foto: M. Grobusch/S. Essers
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Möchte nach zehn Jahren im Kreisvorstand den Vorsitz übernehmen: Hendrik Schmitz. Foto: M. Grobusch/S. Essers

Städteregion. Man kann sicherlich nicht behaupten, dass die CDU in der Städteregion gerade gute Zeiten erlebt. Der Stachel, den die Wähler am 14. Mai bei der Landtagswahl gesetzt haben, sitzt immer noch tief: Mit Ulla Thönnissen, Hendrik Schmitz und Axel Wirtz verloren drei von vier Abgeordneten ihr Mandat an die SPD-Konkurrenten.

Nur Armin Laschet schaffte es mit viel Mühe und geringem Vorsprung, Daniela Jansen hinter sich zu lassen. Die Bundestagswahl am vergangenen Sonntag war auch nicht als Stimmungsaufheller geeignet. Dem Wiedereinzug von Rudolf Henke in Aachen steht das Ausscheiden von Helmut Brandt im Altkreis gegenüber, der sich der ziemlich unbekannten Claudia Moll (SPD) knapp geschlagen geben musste.

Axel Wirtz findet das insgesamt wenig erfreulich: „Es ist sicherlich alles andere als optimal, dass unsere Region in einem eigentlich schwarzen Umfeld von roten Politikern vertreten wird“, drückt er sich farbenfroh aus. Doch von einer Krise in der CDU will der Vorsitzende des Kreisverbandes Aachen Land dennoch nichts wissen. „Wir müssen in unserer Partei nichts aufarbeiten. Wir waren inhaltlich und personell gut aufgestellt und sind ganz klar am Rest des bundesweiten Schulz-Hypes gescheitert.“ Der sei im Frühjahr auf seinem Höhepunkt gewesen. „Und wenn man sich die Ergebnisse vom Sonntag ansieht, dann ist festzustellen: Je näher man Würselen kommt, desto besser ist das Abschneiden der SPD.“

Das klingt nicht nach (Selbst-)Zweifeln. Und so stößt es bei Axel Wirtz auch auf Unverständnis, wenn sein bevorstehendes Ausscheiden als Kreisverbandsvorsitzender in einen Zusammenhang mit den beiden zurückliegenden Wahlen gestellt wird. „Das hat nichts miteinander zu tun. Ich habe schon im Vorfeld meiner Wiederwahl als Parteivorsitzender im Herbst 2015 angekündigt, dass dies meine letzte Amtszeit sein würde.“ Die endet nun am 20. Oktober, wenn die CDU Aachen Land in Eschweiler ihren nächsten Parteitag abhält. „Ich mache das jetzt 18 Jahre, da schleifen sich manche Dinge ab“, räumt der 60-jährige Stolberger ein und fügt hinzu: „Die Zeit der Veränderung ist gekommen.“

Wer diese als neuer Vorsitzender prägen wird, bleibt abzuwarten. Wer sie prägen möchte, ist indes schon klar: Hendrik Schmitz und Jochen Emonds haben ihre Kandidatur angekündigt. Ein „Scheinduell“ ist damit praktisch ausgeschlossen, beide Anwärter sind noch jung und gelten als sehr ehrgeizig und ambitioniert. Ihre politischen Laufbahnen sind hingegen sehr unterschiedlich.

Hendrik Schmitz (39), Landwirt aus Puffendorf, wurde 2004 in den Rat der Stadt Baesweiler gewählt, dem er in der Folge zehn Jahre lang angehörte. 2012 zog Schmitz in den Landtag ein, bei der Wahl am 14. Mai verlor er sein Mandat wieder. Seit November 2011 ist er stellvertretender Vorsitzender der CDU Aachen Land, davor war er bereits vier Jahre Beisitzer. „Ich habe viel von der Partei bekommen und will ihr in der schwierigen Situation, in der sie jetzt ist, etwas zurückgeben und Verantwortung übernehmen“, begründet Schmitz seine Kandidatur. Und: „Ich bin gut vernetzt im Kreisverband und darüber hinaus. Es ist wichtig, dass wir unsere Kräfte bündeln.“

Jochen Emonds (34), Gymnasiallehrer aus Stolberg, ist seit Januar 2011 Vorsitzender des dortigen Stadtverbandes und seit Juni 2014 auch Fraktionsvorsitzender. „Uns ist es gelungen, Stolberg voranzubringen, wir haben dort vieles inhaltlich aufgebaut. Jetzt würde ich diese Arbeit gerne auf Ebene des Kreisverbandes fortsetzen und in führender Position mithelfen, diesen weiterzuentwickeln“, erklärt Emonds. Das sei nicht zwingend mit der Aufgabe des Stadtverbandsvorsitzes verknüpft und auch in keiner Weise ein erster Schritt auf dem Weg in die überregionale Politik – beispielsweise im Land. „Ich dränge mich da sicher nicht in den Mittelpunkt. Mir geht es allein um die Sache und darum, dass wir als CDU gut aufgestellt sind.“

Axel Wirtz kann beiden Kandidaten viel Gutes abgewinnen. „Hendrik Schmitz hat hervorragende Landtagsarbeit gemacht und ist seit sechs Jahren ein zuverlässiger stellvertretender Parteivorsitzender. Jochen Emonds hat in Stolberg über Jahre bewiesen, dass er um der Sache willen in der großen Koalition sehr gut auch mit anderen Parteien zusammenarbeiten und erfolgreiche Politik betreiben kann.“

Wirtz selbst will sich in Zukunft ganz auf die Städteregionsfraktion der CDU konzentrieren. Deshalb gehöre er auch zu denjenigen, die ihre Bereitschaft zur Nachfolge von Peter Timmermanns signalisiert haben (siehe Box). „Der Fraktion kommt eine wichtige Rolle zu, weil sie die tragende Klammer zwischen unseren beiden Kreisverbänden in Aachen Stadt und Aachen Land ist.“ Hier will sich der Stolberg verstärkt einbringen – und das durchaus über die Zeit der im Herbst 2020 endenden Legislaturperiode hinaus.

Die Antwort auf die Frage, ob er sich vorstellen kann, in drei Jahren die Nachfolge von Städteregionsrat Helmut Etschenberg anzutreten, ließ Axel Wirtz am Dienstag offen: „Das ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema.“

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