AVV-Tarifsystem: Vier Haltestellen zum Preis von 1,50 Euro

Von: Carmen Krämer
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Ab dem kommenden Wochenende müssen Fahrgäste im AVV-Gebiet bis vier zählen können. Denn dann gilt für Kurzstrecken das neue „Flugsticket“, mit dem man vier Haltestellen weit fahren kann. Foto: Archiv/Harald Krömer

Städteregion. Ab kommenden Sonntag müssen sich Fahrgäste des Aachener Verkehrsverbundes in der Region auf einige Änderungen einstellen. Die größte Veränderung wird wohl die Einführung des sogenannten „Flugs-Tickets“ sein. „Wir hätten es auch ‚Das-zum-Laufen-zu-weit-Ticket‘ nennen können“, so steht es in der neuen Broschüre des AVV. Es ersetzt die Kurzstreckenzonenregelung mit dem Ziel, die Preise übersichtlicher und fairer zu machen ausgenommen sind Düren und Heinsberg.

Dort gelten die alten Fahrpläne noch bis Dezember. Kritiker sagen, dadurch würden die Fahrten nicht billiger, sondern teurer.

Für eine Kurzstrecke zahlte man bisher 1,60 Euro. Es gab festgelegte Zonen innerhalb derer man sich für diesen Preis bewegen konnte. Die Zahl der Haltestellen spielte bei dieser Regelung jedoch keine Rolle. „Diese Kurzstreckenzonen wurden damals so eingerichtet, dass man wichtige zentrale Einrichtungen erreichen konnte“, erklärt AVV-Pressesprecherin Birgit Krücken. Außerdem seien die Grenzen dieser Zonen häufig gleich mit denen der Kommunen gewesen. Darum waren auch die Zonen, in denen der Kurzstreckentarif galt, unterschiedlich groß.

Ab Sonntag können Fahrgäste dann für zehn Cent weniger, also für 1,50 Euro, das Flugs-Ticket erwerben. Damit dürfen sie vier Haltestellen weit fahren und das auch über die ehemaligen „Zonengrenzen“ hinaus. Das heißt bei Haltestelle 0 steigt man ein und bei Nummer 4 wieder aus. Diese Regel kann aber bei „weit auseinanderliegenden Haltestellen und Schnellbuslinien abweichen“, wie der Infobroschüre zu entnehmen ist. „Da gibt es ganz wenige Ausnahmen, in denen das Flugs-Ticket möglicherweise nicht greift - zum Beispiel wenn eine Linie über die Autobahn führt“, erläutert Birgit Krücken.

Ein Vorteil des neuen Systems ist, dass nun überall in der Städteregion dieselbe Zählweise gilt, die sich wesentlich besser nachvollziehen und auch leichter erklären lässt. Damit wird die bisherige komplizierte Regelung, die sich nur an den jeweiligen Zonen orientiert, ersetzt. So konnte es nach der alten Regelung passieren, dass ein Fahrgast – obwohl er die gleiche Anzahl an Kilometern mit dem Bus zurücklegte – unterschiedlich viel bezahlen musste.

„Hinzu kommt, dass wir so für mehr Gerechtigkeit sorgen. Die Zonen waren so unterschiedlich geschnitten, dass in manchen Gebieten für den gleichen Preis 15 Haltestellen weit gefahren werden konnte, in anderen aber viel weniger“, erklärt die AVV-Pressesprecherin. Doch genau diese Tatsache hat bereits für erste Beschwerden gesorgt. Besonders in Stolberg führt diese Regelung zum Nachteil der Fahrgäste: „Früher konnte ich mit einer Kurzstreckenkarte von der Prämienstraße bis zum Hauptbahnhof fahren“, klagt AVV-Kunde Georg Ganser. „Jetzt gilt aber eine Kurzstreckenkarte nur für vier Haltestellen, ich komme also nicht einmal bis in die Stadtmitte.“

Dass diese neue Regelung besonders für die Stolberger Fahrgäste einen Nachteil bieten würde, habe der Aachener Verkehrsverband bereits vorhergesehen. „Man kann zwar sagen, dass die Stolberger nun benachteiligt sind. Aber sie haben auch von dem vorherigen System profitiert“, sagt Birgit Krücken. „Für andere wird das neue System mehr Vorteile bieten.“ Die Arbeitsgemeinschaft SPD AG 60 plus in Stolberg hat bereits erste Schritte eingeleitet und Bürgermeister Ferdi Gatzweiler darum gebeten, sich gegen die neue Regelung einzusetzen.

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