Ausstellung über Neubeginn: Mit Goethe folgt Wiedergeburt

Von: Luisa Thomé
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Eröffneten gemeinsam die Ausstellung: (v.l.) Peter Sardoc, Hans Josef Hilsenbeck, Dr. Magrethe Schmeer und Klaus Schulte. Foto: Michael Jaspers

Städteregion. Im Oktober 1944 trafen die letzten Bomben des Zweiten Weltkriegs Aachener Boden. Ein Jahr zuvor, im Juli 1943, wurde das Theatergebäude durch einen Bombenangriff völlig zerstört. Und trotzdem: Mit dem „Vorspiel auf dem Theater“ von Goethe schlug am 27. Oktober 1945 im unbeheizten Lesesaal der erhalten gebliebenen Stadtbücherei in der Peterstraße die Geburtsstunde des neuen Aachener Theaters.

Heute, 70 Jahre später, möchten die beiden Theaterhistoriker Klaus Schulte und Peter Sardoc an diesen kulturellen Neubeginn erinnern und zeigen in der Ausstellung „Goethe stand Pate“ Bilder der Wiedergeburt des kulturellen Lebens in der Region nach dem Zweiten Weltkrieg.

Es sind Bilder des zerstörten Theatergebäudes, die sich eine Stellwand mit Bildern der ersten Vorstellung von „Iphigenie auf Tauris“ teilen. Elend und Zerstörung liegen dicht neben Kultur und Lebensfreude. Und genau darum geht es Schulte in seiner Ausstellung: „Es sind nicht nur die Bilder von Elend und Trümmer, an die wir uns erinnern sollen. Zur gleichen Zeit hat es in der Region einen beachtlichen Neuanfang gegeben, von dem wir heute noch profitieren“, so Schulte.

Er spricht von einer Gruppe Idealisten, die es sich seit der Beendigung des Krieges zur Aufgabe gemacht haben, das Land kulturell wieder aufzubauen.

Es sind Bilder von Wilhelm Pitz, die einen festen Platz in der Ausstellung gefunden haben: Der langjährige Chorleiter und Dirigent organisierte nach dem Krieg die ersten Opern in der kalten Talbot-Halle der Technischen Hochschule. Auch davon gibt es Bilder.

Seitdem sind 70 Jahre vergangen. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist das Thema in Schultes Augen aktueller denn je: „Jeden Tag strömen Hilfsbedürftige auch in unsere Region. Damals waren es viel mehr Flüchtlinge. Und es waren alles Deutsche, die in ein Land zurückkehren wollten, das auch noch völlig zerstört war.“

Schulte erhofft sich damit mehr Sensibilität: „Die Ausstellung soll einen Eindruck verschaffen, für das, was sich genau hier vor 70 Jahren abgespielt hat“, ergänzt er.

Mit Goethe hat alles angefangen. Deswegen wurde auch die Ausstellung nach dem zentralen Künstler benannt. Er steht stellvertretend für all die Idealisten und Optimisten, die diesen kulturellen Neubeginn möglich gemacht haben.

„Noch heute profitieren wir von ihrem Engagement“, sagt Sardoc und bezeichnet die Ausstellung als eine Hommage an die Menschen der ersten Stunde, die mit den einfachsten Mitteln das Theater- und Kulturleben in Aachen und der Region wieder aufgebaut haben.

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