Auch leichte Durchblutungsstörungen ernst nehmen

Von: ath
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Würselen. Was kann ich tun, um mein Risiko für einen Schlaganfall zu reduzieren? Die meisten Leser, die im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ zum Hörer griffen, hatten Fragen, die in diese Richtung gingen.

„Dabei ging es um familiäre Vorbelastung oder Risikofaktoren, wie Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte“, fasst Dr. Raimund Busch, Oberarzt der Klinik für Neurologie und Leiter der Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit) am Medizinischen Zentrum Städteregion in Würselen zusammen. Er hatte die Aktion betreut.

Bei manchem reiche es schon, den Lebensstil anzupassen, um die vier Gefäßfeinde – Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechsel und Rauchen – in den Griff zu bekommen. Die sind auch für die Verengung von Blutgefäßen verantwortlich, die einen Schlaganfall zur Folge haben können.

„Bei älteren Patienten über 70 Jahren ist das alleine oft leider nicht mehr ausreichend, dann kommt man um die Einnahme von Medikamenten, die den Cholesterinspiegel oder den Blutdruck senken, nicht mehr herum“, erklärt der Neurologe.

Einige der Anrufer hätten geradezu asketisch gelebt, andere nahmen zwar Medikamente, waren jedoch unterdosiert, berichtet er. In beiden Fällen empfahl er eine Kontrolle beim Hausarzt und eine entsprechende Einstellung mit Medikamenten. Gerade bei zu hohem Blutdruck sei eine regelmäßige engmaschige Kontrolle wichtig. Ein routinemäßiger Check-up beim Hausarzt sei ab einem Alter von 50 bis 55 Jahren in regelmäßigen Abständen empfehlenswert, um mögliche persönliche Risiken frühzeitig zu erkennen.

Kommen mehrere Risikofaktoren, wie Bluthochdruck und Rauchen, eventuell noch in Kombination mit hohen Cholesterinwerten, zusammen, besteht außerdem die Gefahr einer Verengung der Halsschlagader, ein weiteres Thema, das von den Anrufern nachgefragt wurde. In diesem Fall sollte eine genauere Ultraschalluntersuchung, eine sogenannte Duplex-Sonografie, der Halsschlagader erfolgen, um Engstellen zu erkennen, so der Mediziner. Eine einfache Doppler-Sonografie reiche da nicht aus.

„Das Gefährliche an einer Verengung der Halsschlagader ist, dass sie schleichend entsteht und keine Schmerzen oder andere Symptome hervorruft, die ein Warnsignal sind.“ Ebenso gefährlich sei Vorhofflimmern. Blutgerinnsel, die sich im Herzen bildeten und ins Gehirn wanderten, seien oft der Auslöser für besonders schlimme Schlaganfälle. Hier sei die Einnahme von speziellen blutverdünnenden Medikamenten notwendig, betonte Dr. Busch.

Generell gelte: „Auch leichte Durchblutungsstörungen, die nur vorrübergehende Beschwerden verursachen, sollten unbedingt ernst genommen werden. Nur durch die rasche Klärung der Schlaganfallursache ist es möglich, den Patienten vor weiteren, oft schlimmeren Durchblutungsstörungen zu bewahren.“

Eine Frage, die immer wiederkehrte, betraf eher eine Räumlichkeit. So waren einige Anrufer erstaunt, dass jetzt auch der Betriebsteil Marienhöhe des Medizinischen Zentrums eine Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) habe. „Da hatte sich noch nicht herumgesprochen, dass wir inzwischen von Bardenberg nach Würselen-Marienhöhe umgezogen sind, wo die Stroke Unit jetzt über größere und modernere Räume verfügt“, erklärt ihr Leiter.

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