Arbeitsmarkt: Caritasverband kritisiert Verhältnisse in Städteregion

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Menschen mit Migrationshintergrund haben es in der Städteregion oftmals schwer, eine Arbeitsstelle zu finden. Das kritisiert der Caritasverband mit Verweis auf den aktuellen Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW. Foto: (gro)

Städteregion. Menschen mit Migrationshintergrund in der Städteregion Aachen haben es auf dem Arbeitsmarkt schwerer als Nichtmigranten. Das geht aus dem Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW hervor, zu der auch der Caritasverband für das Bistum Aachen gehört.

Demnach hatten 2015 in der Städteregion rund 23,1 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Ihr Anteil an den Arbeitslosen machte im Juni 2015 allerdings 46,6 Prozent aus.

Damit liegt die Städteregion im Landestrend. In Nordrhein-Westfalen hat fast jeder vierte Einwohner einen Migrationshintergrund. Mit einem Anteil von 47 Prozent an der Gesamtzahl der Arbeitslosen sind diese Menschen jedoch wesentlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Nichtmigranten.

„Die Zahlen des Arbeitslosenreports belegen, dass die Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt trotz guter Konjunktur in den vergangenen Jahren nicht gut gelungen ist“, sagt der Aachener Diözesancaritasdirektor Burkard Schröders. Ein Grund dafür sind nach Meinung von Roman Schlag, Fachreferent für Soziale Sicherung beim Caritasverband, vielfach fehlende Berufsabschlüsse. Auch die fehlende Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen bringe für Migranten auf dem an Abschlüssen orientierten deutschen Arbeitsmarkt große Probleme mit sich.

Schlag weist darauf hin, dass in der Städteregion 71,8 Prozent der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund über keinen Berufsabschluss verfügten. Demgegenüber fehle aber „nur“ 47,3 Prozent der Arbeitslosen ohne Migrationshintergrund ein solcher anerkannter Abschluss.

„Für die Caritas und die Freie Wohlfahrtspflege in NRW sind dies die Auswirkungen einer ver-fehlten Einwanderungs- und Arbeitsmarktpolitik, und das ist politisch zu verantworten“, kritisiert Burkard Schröders. Gerade im Hinblick auf die anstehende Integration der überwiegend jungen Geflüchteten plädiere die Freie Wohlfahrtspflege dafür, in Zukunft der Qualifizierung Vorrang vor einer raschen Erwerbsintegration in Einfacharbeitsplätze im Niedriglohnsektor zu geben. „Nur so kann mittel- und langfristig gesellschaftliche Teilhabe und Existenzsicherung ohne aufstockende Leistungen für Langzeitarbeitslose gelingen“, betont Schröders.

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