Am Sonntag treten 50 neue Flüchtlingshelfer ihren Job an

Von: jg
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Städteregion. Gisela Bosle ist hoch zufrieden. Innerhalb kürzester Zeit hat die Abteilungsleiterin Soziale Dienste des Deutschen Roten Kreuzes in der Städteregion mit Hilfe des Jobcenters knapp 50 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Flüchtlingsbetreuung gefunden.

Die Frauen und Männer werden am Sonntag ihren Dienst in einer der aktuell 14 Erstaufnahmeeinrichtungen in der Städteregion aufnehmen, in denen das DRK rund 2000 Flüchtlinge betreut.

Die neuen Rotkreuzler, von denen viele länger arbeitslos waren, erhalten einen zunächst auf sechs Monate befristeten, sozialversicherungspflichtigen Job. Fast alle werden Vollzeit arbeiten, nur einige wenige haben sich aus persönlichen Gründen für eine Teilzeitstelle entschieden, erklärt Bosle und fügt hinzu: „Es war uns sehr wichtig, dass wir Menschen finden, die Sozialkompetenz mitbringen, die die Fähigkeit und die Bereitschaft haben, mit Menschen in einer schwierigen Lebenssituation umzugehen. Vielleicht auch deshalb, weil sie eine vergleichbare Lebensgeschichte mitbringen. Sehr wichtig war uns auch, dass die Bewerber möglichst Sprachkompetenz in einer der Sprachen haben, die die von uns betreuten Flüchtlinge sprechen, etwa arabisch und kurdisch.“

Bei der Suche nach solchen Mitarbeitern – die in den Einrichtungen unter anderem in der Essensausgabe arbeiten werden, Beschäftigungsangebote organisieren oder bei Arzt- und Behördengängen helfen werden – hat das Jobcenter tatkräftig geholfen. „Das war alles perfekt organisiert“, lobt Bosle. Etwa 200 in Frage kommende Arbeitslose, darunter viele Migranten, seien vom Jobcenter zu zwei Infoveranstaltungen eingeladen worden, und gleich im Anschluss habe das DRK in separaten Räumen mit Interessenten Bewerbergespräche führen können. Offensichtlich mit Erfolg, wie die Zahl der neu Eingestellten zeigt. „Das ist eine Situation, in der alle gewonnen haben“, freut sich Bosle. Zumal die ersten Rückmeldungen aus den Einrichtungen, in denen die Neuen in dieser Woche schon im Rahmen eines Praktikums mitarbeiten, überaus positiv sind.

Auch Stefan Graaf, Geschäftsführer des Jobcenters, betont: „Diese Art der Arbeitsintegration ist ein Gewinn für alle: für die Betreuung der Flüchtlinge, für die bisher arbeitsuchenden Menschen, für das DRK und das Jobcenter.“ Schließlich spart letzteres die Hartz IV-Leistungen für die 50 neuen Flüchtlingshelfer ein.

Vielleicht nicht in vollem Umfang, weil der ein oder andere aufgrund seiner persönlichen Situation zusätzlich zum Lohn noch ergänzende Hilfe braucht. Wichtig ist Graaf aber folgende Feststellung: „Diese Aktion zeigt: Die Herausforderungen der aktuellen Flüchtlingssituation bieten zugleich auch Chancen für die Menschen, die hier leben und eine Arbeit suchen. Es ist ein Miteinander, kein Gegeneinander.“

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