Am Flugplatz Merzbrück sollen 1000 Jobs entstehen

Von: Jutta Geese
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Gute Anbindung: Am Flugplatz Merzbrück, in unmittelbarer Nähe zur Autobahn 44, sollen sich ab Ende kommenden Jahres Unternehmen ansiedeln. Bis zu 1000 Arbeitsplätze könnten allein dort entstehen, heißt es. Weiter Gewerbeflächen sind südlich der Start- und Landebahn möglich. Erste Planungen gab es schon vor 17 Jahren. Foto: Jutta Geese
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Arbeiten an der Entwicklung des Gewerbegebietes am Flugplatz Merzbrück: Geschäftsführer Manfred Zitzen (r.) und Ralph Leroy von der SEW.

Städteregion. Gut Ding will Weile haben, sagt der Volksmund. Vielleicht trifft das ja auch auf die Entwicklung eines Gewerbegebietes am Flugplatz Aachen-Merzbrück zu. Das steht schon seit den 1990er Jahren immer mal wieder auf der Agenda. Doch erst jetzt werden die Planungen konkreter – allerdings in einer deutlich kleineren Version als ursprünglich anvisiert.

Heißt konkret: Erst einmal soll nur ein etwa 33 Fußballfelder großes Areal nördlich der Start- und Landebahn in Richtung Autobahnauffahrt Broichweiden erschlossen werden. Der komplette südliche Bereich bleibt – zunächst – unangetastet. Wobei es schon Überlegungen zu einem ebenfalls 20 Hektar großen Bauabschnitt dort gibt.

Eigens für die Entwicklung eines Gewerbegebietes rund um den Flugplatz, das überregionale Bedeutung erlangen sollte, wurden 1999 auf Initiative des damaligen Würselener Bürgermeisters Martin Schulz, dem heutigen EU-Parlamentspräsidenten, die Aachener Kreuz Merzbrück GmbH & Co. KG und die Aachener Kreuz Merzbrück Verwaltungs GmbH – kurz: AKM – gegründet, berichtet deren Geschäftsführer Manfred Zitzen.

Mit von der Partie als Gesellschafter damals: der Kreis Aachen, die Städte Aachen und Würselen, der Eschweiler Bergwerksverein EBV („Weil der in der Region viel Land zum Tauschen besaß“) und die Immobiliengesellschaft der Sparkasse („Weil die das Geld hatte“).

Inzwischen ist der EBV nicht mehr dabei, die Stadt Aachen ist ebenfalls ausgeschieden. „Aachen hat aber noch ein bis Ende des Jahres befristetes Rückkehrrecht“, sagt Zitzen. Bleiben also drei Gesellschafter, die jeweils zu gleichen Teilen an den beiden Gesellschaften beteiligt sind: die Städteregion als Nachfolgerin des Kreises Aachen, die Sparkassen-Immo und die Stadt Würselen, auf deren Terrain das Gelände liegt und die deshalb Baurecht herstellen muss, über ihre Stadtentwicklungsgesellschaft SEW.

„Das Bebauungsplanverfahren läuft“, sagt Zitzen, der praktischerweise auch SEW-Geschäftsführer ist. Er rechnet damit, dass noch in diesem Jahr die Offenlegung samt Bürgerbeteiligung erfolgen wird.

„Zurzeit läuft unter anderem eine Verkehrsuntersuchung“, erläutert Zitzen. Dabei geht es insbesondere um die Anbindung des Geländes an die neue Kreisstraße, die das bestehende Gewerbegebiet Aachener Kreuz mit der Autobahn 44 verbindet, und an die Landstraße 223 Richtung Eschweiler.

Schließlich wird das neue Gewerbegebiet für zusätzlichen Verkehr sorgen. Nicht nur während der Bauzeit, sondern danach durch an- und abfahrende Lieferanten und Beschäftigte. „Zwischen 750 und 1000 Arbeitsplätze entstehen erfahrungsgemäß in einem Gewerbegebiet dieser Größe“, sagt der Geschäftsführer.

Rund 15 Millionen Euro wird die AKM, die mittlerweile fast alle Grundstücke rund um den Flugplatz aufgekauft hat, in die Planung und Erschließung des 200.000 Quadratmeter großen Geländes im Norden investieren müssen, schätzt Zitzen. Eingerechnet sind da alle Untersuchungen, die noch erfolgen: Der Kampfmittelräumdienst muss das Gelände noch unter die Lupe nehmen, es wird eine archäologische Untersuchung wegen etwaig vorhandener Bodendenkmäler geben, die Standfestigkeit des Geländes muss geprüft werden, und nicht zuletzt ist die Entwässerungsfrage zu klären.

Um die Investitionskosten stemmen zu können, wird die AKM Darlehen aufnehmen und diese durch Einnahmen aus Grundstücksverkäufen an Unternehmen, die sich am Flugplatz ansiedeln werden, sowie Mieteinnahmen aus der Verpachtung bereits bestehender Gebäude refinanzieren, sagt Zitzen.

Und Interessenten für die Ansiedlung gebe es auch schon einige, sagt er. Nachgefragt würden insbesondere Grundstücke von 3000 bis 5000 Quadratmeter Größe. Ein finanzielles Risiko für die Gesellschafter bestehe nicht. „Ich gehe davon aus, dass die AKM schwarze Zahlen schreiben wird.“

Ein, zwei Schwierigkeiten aber gibt es noch: Weil auch nach jahrelanger Planung und Diskussion immer noch nicht klar ist, ob und wann die Start- und Landebahn verlängert und verschwenkt wird, kann das Gewerbegebiet im Norden möglicherweise erstmal nur zu zwei Drittel bebaut werden.

Das dritte Drittel liegt nämlich in der derzeitigen Flugschneise. Es ist aber laut Zitzen kein Problem, dieses Drittel später anzupacken. Er geht davon aus, dass Mitte 2017 mit dem Kanal- und Straßenbau begonnen werden kann, so dass Ende nächsten Jahres die ersten Betriebe angesiedelt werden können.

Dass sich die Genehmigung für die Landebahnverschwenkung so hinzieht, liegt laut Zitzen jetzt an der Euregiobahn beziehungsweise deren Elektrifizierung. Denn für die sind Baumaßnahmen erforderlich, die wiederum Einfluss auf die Lage der Landebahn haben. Ende des Jahres wird Klarheit herrschen, ist Zitzen zuversichtlich.

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