Alsdorfer Berufskolleg setzt auf Flugzeugtechnik

Von: Lars Odenkirchen
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Alsdorf/Städteregion. Ganz schön abgehoben: Um Starts, Landungen und vor allem das, was dazwischen passiert, geht es in einem neuen Bildungsgang des Alsdorfer Berufkollegs, der nicht nur zur Fachhochschulreife, sondern auch zur Arbeit am Flughafen qualifiziert, wo die fertig ausgebildeten Schüler in der Flugzeugwartung eingesetzt werden können.

Mit dem Bildungsgang, der den etwas komplizierten Namen „Metalltechnik mit dem Profil Automatisierungstechnik in der Flugzeuginstandhaltung und -wartung” trägt, überschreitet das Kolleg gleich mehrere Grenzen: Nicht nur die zwischen Himmel und Erde, sondern auch die zwischen der Städteregion und Limburg. Denn während der zweijährige schulische Teil der Ausbildung in Alsdorf stattfindet, dürfen die Schüler während ihres einjährigen Praktikums im Nachbarland am Flughafen Maastricht-Aachen das Gelernte in die Praxis umsetzen. Dort wird das mit den Berufskolleg vergleichbare ROC Leeuwenborgh als Partner die Ausbildung übernehmen.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg zeigt sich angesichts der Perspektiven, die die grenzübergreifende Zusammenarbeit in einem solch modernen Bereich angeht, überaus erfreut: „Wir haben den Anspruch, eine der führenden Bildungsregionen in Deutschland werden zu wollen. So etwas lässt sich aber nicht politisch verordnen, sondern muss von unten her wachsen.” Dass es bei der Kooperation auch noch um Flugzeugtechnik geht, befindet Etschenberg als Glücksfall: „Durch die Flughäfen Köln und Düsseldorf, aber auch Maastricht oder Eindhoven tun sich für junge Menschen tolle Berufschancen in der Nähe ihrer Heimatregion auf.” Zudem lobt Regierungspräsident Hans Peter Lindlar, dass Niederländischkurse verpflichtender Bestandteil der Ausbildung sind: „Wir müssen dahin kommen, dass wir unsere Nachbarn zumindest verstehen, wenn sie in ihrer eigenen Sprache reden.”

Niederländisch zu lernen ist aber nicht die einzige Hürde, die das angehende Flughafenpersonal nehmen muss. Der Bildungsgang wurde vom Luftfahrtbundesamt zertifiziert und entspricht so hohen Standards und bietet gute Berufschancen, stellt aber auch hohe Anforderungen an die Schüler. Der Abschluss 10b (Realschule) ist Pflicht, wobei insbesondere auf die Noten in Mathematik, Englisch und Physik geachtet wird. Schulgeld müssen die 25 Schüler des ersten Jahrgangs dafür nicht zahlen.

Für Ger Reichrath vom ROC Leeuwenborgh, das überhaupt erst den Anstoß zur Kooperation gab, sind dies schon viele Schritte in die richtige Richtung: „Wir müssen die Leute auf einen euregionalen Arbeitsmarkt vorbereiten. Oft ist die Sprache eine Barriere, doch eine Ausbildung in einem fremden Land zu machen, ist etwas sehr wichtiges.” Ganz in diesem Sinne möchte das Kolleg die Kooperation mit dem ROC auch weiter vorantreiben: Den IT-Bereich haben die Alsdorfer für eine Zusammenarbeit schon ins Auge gefasst.
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