Als Aachen und Stolberg einige Jahre zu Frankreich gehörten

Von: Jessica Jumpertz
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Einweihung der Gedenktafel an der ehemaligen Präfektur in Aachen: Dr. Wolf Steinsieck, Generalkonsul Vincent Muller, Aachens Bürgermeisterin Margrethe Schmeer, Dr. Stefan Schmitz, Honorarkonsulin Dr. Angelika Ivens und Georg Schmidt erinnerten an die französische Zeit der Region. Foto: Andreas Schmitter

Aachen/Stolberg. An allen Ecken und Enden der Stadt Aachen trifft man auf Geschichte. Aber nicht nur während der Zeit der Römer oder unter Karl dem Großen hat sich die Stadt entwickelt – genauso in der französischen Besatzungszeit.

Am französischen Nationalfeiertag wurde daher eine Gedenktafel am Haus Kleinkölnstraße 18 enthüllt – denn Aachen war einige Zeit Verwaltungssitz des Rur-Départements.

Von 1800 bis 1814 befand sich die Präfektur des Rur-Départements genau dort. Das Partnerschaftskomitee Aachen-Reims und das Partnerschaftskomitee Stolberg-Valognes setzten gemeinsam die Idee um, eine Gedenktafel an dem Haus anzubringen, um an die Bedeutung Aachens in der französischen Zeit und an die Veränderungen während dieser Zeit zu erinnern.

So wurden beispielsweise die heutigen Friedhöfe, die Straßenführung und die Nummerierung der Häuser von den Franzosen begründet. Auch der Lousberg in der Art wie die Aachener ihn heute kennen, geht auf die französische Zeit zurück. Verwaltungsstrukturen änderten sich ebenfalls.

„Die Industrie- und Handelskammern gehen auf die Franzosenzeit zurück“, erzählte Dr. Stefan Schmitz, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Stolberg-Valognes. Außerdem erhielt Aachen bereits sehr früh den Code Civil, in dem beispielsweise die Bürgerrechte festgeschrieben waren. Von dem ursprünglichen Gebäude, in dem die Präfektur ihren Sitz hatte, sind nur noch die Fensterseiten erhalten. Der Rest des Gebäudes wurde im Krieg zerstört.

„Es ist ein Anliegen, dass die Geschichte der Stadt nicht vergessen wird, denn Geschichte ist nicht nur Vergangenheit, sondern auch Gegenwart und Zukunft“, sagte Vincent Muller, französischer Generalkonsul in Düsseldorf.

Für Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer ist die Erinnerung an den französischen Anteil an Aachens Geschichte ebenfalls wichtig. „Ich denke, das ist ein Beleg für die internationale Kompetenz in Aachen. Es sind auch noch viele französische Wörter in unserem Sprachgut erhalten, die man woanders in Deutschland nicht so findet“, sagte Schmeer.

Die Bürgermeisterin zeigte sich weiterhin sehr angetan von der Arbeit der beiden Partnerschaftskomitees, da beide zum Beispiel viel Jugend- und Schulaustausch organisieren. Es sei eine Anregung die Sprache zu lernen. „Das sind die Bande, die Europa zusammenhalten“, betonte sie.

Die Tafel erklärt auf Deutsch und Französisch, dass Aachen während der Besatzungszeit der Verwaltungssitz des Départements war, dem die Verwaltungsbezirke Aachen, Köln, Krefeld und Kleve unterstanden. Die französische Übersetzung übernahm Dr. Wolf Steinsieck, zweiter Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Aachen-Reims und ehemaliger französischer Honorarkonsul in Aachen.

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