Aachen - Alle Jahre wieder: Das Busfahren in Aachen wird teurer

Alle Jahre wieder: Das Busfahren in Aachen wird teurer

Von: Stephan Mohne
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Zum 1. Januar soll das Busfahren im gesamten Gebiet des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) und somit auch bei der Aseag erneut um durchschnittlich 2,54 Prozent teurer werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Nicht ein Jahr hat es im Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre gegeben, in dem die Preise für Bustickets nicht teurer geworden wären. Im Detail: 2006 3,6 Prozent (jeweils im Schnitt), 2007 3,7 Prozent, 2008 4,6 Prozent, 2009 3,9 Prozent, 2010 3,5 Prozent, 2011 und 2012 jeweils 3,3 Prozent, 2013 3,6 Prozent, 2014 3,3 Prozent und 2015 2,78 Prozent. Diese Reihe wird sich auch 2016 fortsetzen lassen.

Denn zum 1. Januar soll das Busfahren im gesamten Gebiet des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) und somit auch bei der Aseag erneut um durchschnittlich 2,54 Prozent teurer werden. Das liege „deutlich unter den AVV-Tarifanpassungen der vergangenen Jahre“, liest man in einer Erläuterung für den Mobilitätsausschuss, der in der Stadt Aachen als AVV-Beirat fungiert und am 3. Dezember über die neuen Tarife abstimmen wird.

Die Steigerung liege zudem unter jener in Nachbarverbünden, so der AVV. Dennoch: Rechnet man alle Erhöhungen der vergangenen zehn Jahre plus 2016 zusammen, kommt man auf rund 33 Prozent. Das Busfahren ist also in diesem Zeitraum um ein Drittel teurer geworden.

Gerechtfertigt wird die Preiserhöhung mit einem ganzen Bündel von Gründen: So seien auf der Kostenseite „vor allem die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst und somit die Personalkosten ein wesentlicher Kostentreiber“. Hinzu kämen Ausweitungen im Leistungsangebot, rückläufige Schülerzahlen, die allgemeine demographische Entwicklung, die Einführung eines „elektronischen Fahrgeldmanagements“ und die „Einrichtung eines Mobilitätsverbundes“.

Das alles sei „mit nicht unerheblichen Kosten verbunden“. Und ohne Preiserhöhung sei damit zu rechnen, „dass sich die Schere zwischen Aufwand und Ertrag [...] auch in 2016 immer weiter öffnet“. Und das alles, obwohl auf der anderen Seite die Spritkosten, die in früheren Jahren immer wieder als Grund genannt wurden, deutlich gesunken sind.

An die Preise der Einzeltickets für Erwachsene (Beispiel Preisstufe 2: 2,65 Euro) und Kinder will der AVV nicht heran – zum zweiten Mal hintereinander. „Dies ist vor allem als Kaufanreiz für Gelegenheitskunden gedacht“, heißt es. Auch die Vier-Fahrten-Tickets sollen nicht teurer werden. Tagestickets für Einzelpersonen und Minigruppen werden zwischen zehn und 60 Cent teurer.

Bei Zeitkarten liegt die durchschnittliche Erhöhung bei 3,2 Prozent. Das „Mobil-Ticket“ soll zwei Euro teurer werden und dann 29,80 Euro kosten. 2017 soll es nochmals zwei Euro teurer werden. Allerdings seien hier die Preise zuletzt 2011 erhöht worden. „School&Fun“-Tickets sollen 80 Cent pro Monat teurer werden und ab Januar 27,50 Euro kosten.

Abgeschafft werden soll die Karnevalsnetzkarte, die zuletzt 15,20 Euro kostete und von Fettdonnerstag bis Veilchendienstag galt. Der Verkauf sei „rückläufig“, heißt es. Stattdessen soll für diesen Zeitraum das AVV-Tages-Ticket für eine Person (17,50 Euro) gültig sein. Ebenfalls abgeschafft werden soll das AVV-Ferienticket für Jugendliche.

Der AVV sei der letzte Verbund, der so etwas noch anbietet, heißt es in der Vorlage. Auch hier seien die Verkaufszahlen rückläufig. Die kommenden Weihnachtsferien sollen die letzten sein, in denen es dieses Ticket noch gibt. Neu in der Stadt soll hingegen ein „Gäste-Ticket“ für Hotelbetriebe sein. Der Preis soll bei zwei Euro je Übernachtung und Übernachtungsgast liegen. Das sei in der Eifel bereits erfolgreich umgesetzt.

Kaum Widerstand gegen die Preisteigerungen wird es wohl im Mobilitätsausschuss geben. Die Politik wird die neuen Tarife vermutlich – wohl oder übel – durchwinken. Das hat genauso Tradition wie die jährliche Preiserhöhung.

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