AfD-Kandidat Matzerath: Grenzkontrollen wieder einführen, Familien fördern

Von: Karl Stüber
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Er fühlt sich der Kohle immer noch verbunden: AfD-Kandidat Markus Matzerath. Foto: Karl Stüber

Städteregion. Wie wird aus einem Sozialdemokraten nach 15 Jahren Parteizugehörigkeit ein Mitglied der AfD? Für den Alsdorfer Markus Matzerath war das Übermaß an Unzufriedenheit erreicht, als im Jahr 2013 Griechenland erneut einen Milliardenkredit von der Europäischen Union und damit auch vom Netto-Zahler Deutschland bekommen sollte.

Die SPD habe nicht genug dagegen getan, sagt Matzerath, der nun bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Aachen II für die AfD antritt. „Keine Haftung für die Schulden anderer Länder“ lautet das Credo dieser Partei. Das ist auch Matzeraths Meinung. Deutschland müsse die „Transferunion“ aufkündigen und den Euroraum verlassen.

Matzerath arbeitet als Bundespolizist genau in dem sensiblen Bereich, der der AfD besonders wichtig ist: an den Grenzen. Eigentlich hatte er Bergmann werden wollen. Aber als die Bundeswehr „drohte“, ging er lieber zum damaligen Bundesgrenzschutz. Seit 2001 arbeitet er in der Leitstelle und nicht mehr im Streifendienst. Aber er habe seine Erfahrungen gemacht und wisse genau, was bei den Kollegen, die draußen im Einsatz sind, ablaufe, wie er sagt.

„Die Straftäter wissen ganz genau, dass unsere Eingriffsrechte in den Niederlanden und Belgien stark gemindert sind, und sie nutzen das aus.“ Er hält angesichts der Kriminalität nichts von offenen Grenzen und dem Schengener Abkommen. Bestes Argument aus seiner Sicht für die Wiedereinführung eines konsequenten „deutschen Grenzschutzes“ sei das Ergebnis der wegen des G 20-Gipfels in Hamburg vorübergehenden Grenzkontrollen gewesen. Dabei seien 782 per Haftbefehl gesuchte Straftäter ins Netz gegangen.

Im Zuge der „illegalen Einwanderung dank offener Grenzen“ dürften viele Ausländer hierzulande von Bedarfskriminalität leben, schlussfolgert Matzerath – weil sie eben als Illegale keine Transferleistungen vom deutschen Staat bekämen. Dies müsse verhindert werden – durch wieder sichere Grenzen, da die Außengrenzen der EU von anderen Ländern nicht hinreichend gesichert würden.

Die Äußerung von Parteifreundin Frauke Petry, zur Herstellung von Recht und Ordnung an den Grenzen notfalls schießen zu dürfen, sei in dieser Form ein Fehler gewesen. Da sei nicht genau genug erklärt worden, dass das nur „ultima ratio“ sein könne.

Unerlaubte Einreise sei an sich kein Verbrechenstatbestand. Dass der Erwerb des Waffenscheins für gesetzestreue Bürger erleichtert werden soll, wie es die AfD verlangt, findet Matzerath nicht richtig: „Da stehe ich nicht hinter. Aber in einer Partei wird man eben in einzelnen Punkten auch schon mal von der Mehrheit überstimmt.“

Gehört der Islam nicht zu Deutschland, wie die AfD sagt? Der Kandidat möchte sich zum Thema Islam im Gespräch mit unserer Zeitung nicht äußern. Dafür aber zum Thema Familie, wird er doch bald zum zweiten Mal Großvater. Familien müssten finanziell besser gestellt werden, wobei „das typische Familienbild Mann und Frau sind“, sagt er. Und zum Thema deutsche Staatsbürgerschaft sagt Matzerath: „Was, wenn ein syrischer Staatsbürger eingedeutscht wird, aber zwei Frauen hat?“

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