Städteregion - Adoptionsvermittlungsstelle stößt an ihre Grenzen

Adoptionsvermittlungsstelle stößt an ihre Grenzen

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Die Nachfrage bei Adoptionen ist in der Städteregion gestiegen. Die Verwaltung zieht deshalb in Erwägung, die Adoptionsvermittlungsstelle personell (wieder) zu verstärken. Foto: Imago/Roland Mühlanger

Städteregion. Die Nachfrage ist enorm und mit ihr der Arbeitsaufwand. Das wiegt umso schwerer, als es die Mitarbeiterinnen der Adoptionsvermittlungsstelle durchweg mit komplexen und sensibel zu behandelnden Themen zu tun haben. Um diesen gerecht werden zu können, standen in den vergangenen Monaten vermehrt Überstunden auf dem Programm.

Weil eine Trendwende aber nicht zu erkennen, sondern vielmehr davon auszugehen ist, dass die Fallzahlen weiter steigen werden, will die Städteregion jetzt die Möglichkeit einer personellen Aufstockung prüfen. Mit der in Aussicht gestellten Einrichtung einer zusätzlichen halben Stelle würde die Verwaltung das Niveau auf den Stand von Anfang 2011 zurückführen. Damals war die Besetzung der Adoptionsvermittlungsstelle im Rahmen eines „Ökonomieprogramms“ auf 1,8 Stellen reduziert worden, die sich seitdem auf drei Mitarbeiterinnen in Teilzeit verteilen.

Zuletzt war es nach Aussage von Markus Terodde zu Engpässen bzw. Verzögerungen bei den Stiefeltern- und Verwandtenadoptionen gekommen, wo Betroffene nicht zeitnah beraten oder laufende Fälle nicht abgeschlossen werden konnten. „Das ist vor dem Hintergrund der hohen Nachfrage und der vorzunehmenden Priorisierungen in den Arbeitsläufen zu sehen“, erläutert der zuständige Dezernent.

Das Aufgabenspektrum ist recht groß. Es umfasst neben Inlands- und Auslandsadoptionen sowie Pflegeelternadoptionen auch die Begleitung abgebender Eltern und die Unterstützung adoptierter Menschen bei ihrer Herkunftssuche. Die Adoptionsvermittlungsstelle ist dabei – anders als das städteregionale Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung – nicht nur für die Kommunen Baesweiler, Simmerath, Roetgen und Monschau, sondern für alle zehn Städte und Gemeinden in der Städteregion zuständig. Dies ist durch eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung und im Aachen-Gesetz geregelt.

Von November 2015 bis Oktober 2016 wurden städteregionsweit sechs Säuglinge in Adoptionspflege und zwei Kinder aus dem Ausland vermittelt, es gab 14 Inlandadoptionen. Zudem wurden neun Adoptionsverfahren älterer Pflegekinder sowie vier Kinder aus dem Ausland in ihren Familien nach vollzogener Adoption begleitet. Zu den Aufgaben gehörten darüber hinaus Stiefeltern- und Verwandtenadoptionen (32 begleitet, davon neun abgeschlossen) sowie die Beratung von insgesamt 38 Erwachsenen bei der Suche nach ihrer Herkunft.

20 abgebende Väter und Mütter wurden von der Adoptionsvermittlungsstelle unterstützt und 189 Personen oder Familien über die Möglichkeit einer Adoption und das Adoptionsverfahren informiert. „Ziel ist dabei immer, Eltern in Not bei ihrer Entscheidung kompetent und ergebnisoffen zu beraten, ohne sich frühzeitig auf eine Adoption festzulegen“, betont Markus Terodde. Er wird den Kinder- und Jugendhilfeausschuss voraussichtlich im Frühjahr darüber informieren, wie es aus Sicht der Verwaltung mit der Adoptionsvermittlungsstelle personell weitergehen sollte.

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