Abschied: Günter Schabram verlässt sein Dezernat vorzeitig

Von: ben
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Abschied nach vier Jahren: Städteregionsrat Helmut Etschenberg (links) würdigte die integrative Leistung von Dezernent Günter Schabram. Gemeinsam mit seiner Frau Grit Klostermann hatte Schabram entschieden, sich vorzeitig aus dem Berufsleben zurückzuziehen. Foto: A. Herrmann

Aachen. Günter Schabram, Dezernent für Soziales und Integration in der Städteregion Aachen, hat am Montag vorzeitig seinen Abschied aus der Verwaltung genommen. Aus gesundheitlichen Gründen zieht er sich aus dem Berufsleben zurück.

Schabram war seit 2010 Dezernent in der Städteregion. Vorher arbeitete er als Fachbereichsleiter für Soziales und Ausländerangelegenheiten der Stadt Aachen. Bei seinem Abschied gab er seinen Kollegen für die Zukunft eine Botschaft mit auf den Weg: „Es ist gut, die zwölf Sozialgesetzbücher zu kennen“, so Schabram. Doch wichtiger sei es einen verlässlichen sozialen Kompass zu besitzen. Und der richte sich nach dem ersten Artikel des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) würdigte Schabrams integrative Leistung: „Er war ein wichtiger Pfeiler beim Zusammenwachsen des Altkreises und der Stadt Aachen zur Städteregion.“ Schabram, 1953 in Mönchengladbach geboren, war von 1987 bis 2007 Fraktionsgeschäftsführer der Grünen in der Stadt Aachen, anschließend wechselte er in die Aachener Stadtverwaltung.

Von der Idee der Städteregion war er von Beginn an überzeugt – was man zumindest in der Aachener Stadtverwaltung nicht von allen seinen Kollegen behaupten kann. Getragen von allen politischen Fraktionen in der Städteregion übernahm Schabram, von Freunden und Kollegen nur „Schabbi“ genannt, die sozialen Angelegenheiten der Städteregion. Mit über 500 Mitarbeitern und einem Gesamtetat von über 300 Millionen Euro ist das Dezernat für Soziales und Integration das größte der Behörde.

In Mönchengladbach geboren, knüpfte Schabram schon in der Jugend Kontakte in die heutige Städteregion. Rurberg am Rursee war Ziel zahlreicher Urlaubsreisen. Ein Ort, der Schabram nachhaltig beeindruckt haben muss: Im vertrauten Kreise erzählte er, dass er damals am liebsten Bürgermeister von Rurberg geworden wäre. „Schlecht für Rurberg, gut für Aachen und die Städteregion, dass das nicht geklappt hat“, kommentierte Werner Krickel, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Städteregion, am Montag knapp.

Nachfolge noch nicht geklärt

Zunehmende gesundheitliche Probleme bewogen Schabram zu der Entscheidung, vorzeitig sein Amt niederzulegen. Eine Entscheidung, für die ihm „größter Respekt“ gebühre, sagte Etschenberg. Zum Abschied riet Schabram, die über 300 Millionen Euro Sozialausgaben in der Städteregion nicht nur als Belastung zu empfinden. „Wir helfen mit diesem Geld 70.000 Menschen. Darauf sollten wir stolz sein.“

Endgültig Abschied nehmen wird Schabram von der Städteregion nicht. Er bleibt als sachkundiger Bürger im Polizeibeirat. Wer ihm an die Spitze des Dezernats folgt, ist noch offen.

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