Abitur mit einer guten Portion Fachwissen erwerben

Von: Margot Gasper
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Abitur am Berufskolleg: Neben der Käthe-Kollwitz-Schule bieten drei weitere Kollegs in der Städteregion eine gymnasiale Oberstufe an. Foto: Harald Krömer

Städteregion. Viele Wege führen zum Abitur. Einer führt auch übers Berufskolleg. Was längst nicht alle wissen: Drei der Aachener Berufskollegs sowie das in Herzogenrath haben eine gymnasiale Oberstufe.

Dort kann man sein Abitur machen und die Allgemeine Hochschulreife erwerben, die zum Studium befähigt - ohne fachliche Festlegung. Vertreter der drei Schulen stellten das „Produkt” Abitur am Berufskolleg am Donnerstag gemeinsam vor.

Jedes der vier Kollegs führt zum Vollabitur, jede Schule hat aber daneben ihren besonderen Schwerpunkt. Das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung an der Lothringer Straße sowie das Kolleg in Herzogenrath vermitteln zusätzlich zum Abitur berufliche Grundkenntnisse in Wirtschaft und Betriebswirtschaft.

Die Mies-van-der-Rohe-Schule, Neuköllner Straße, ist spezialisiert auf Technik (Chemietechnik, Elektrotechnik, Maschinenbautechnik und Bautechnik). Und die Käthe-Kollwitz-Schule, Bayernallee, hat einen Schwerpunkt in Erziehungswissenschaft. Fürs spätere Studium, aber auch für eine Berufsausbildung, sei solch ein fachlicher Schwerpunkt ein Pfund, mit dem sich wuchern lasse, stellen die Vertreter der Kollegs fest.

Das Gros der Schüler in den gymnasialen Oberstufen der Berufskollegs kommt von den Realschulen und Hauptschulen - und zwar weit über die Aachener Stadtgrenzen hinaus. Jedes Jahr wechseln aber auch Schüler von Gymnasien nach der Klasse 10 auf eines der Berufskollegs.

Der „Neustart” in Klasse 11 ist eine große Chance, sind sich die Vertreter der Kollegs einig. Zwar bringen die jungen Leute besonders in Mathematik, Deutsch oder Englisch unterschiedliche Lernvoraussetzungen mit, die im ersten Jahr in speziellen Kursen angeglichen werden. „Aber alle sind neu an der Schule, und in den berufsspezifischen Fächern fangen alle bei Null an”, erklären Schulleiter Günter Scherer und Bildungsgangleiter Klaus Foerster von der Lothringer Straße.

„Die Bildungsgänge sind so strukturiert, dass sie den besonderen Fähigkeiten und Neigungen entgegenkommen”, erläutert Christoph Arzt, Bildungsgangleiter an der Mies-van-der-Rohe-Schule. Schließlich kann man auch Fächer wie Englisch oder Deutsch mit einem deutlichen Akzent auf Wirtschaft, Erziehungswissenschaft oder Technik unterrichten.


Individuelle Förderung und Beratung werden groß geschrieben, und die Erfolgsquote ist nach Angaben der Schulen hoch. 80 bis 90 Prozent der Schüler schaffen nach drei Jahren am Berufskolleg ihr Abitur. Mehr als die Hälfte studiert danach. „Aber unsere Abiturienten haben auch keine Probleme, eine Lehrstelle zu finden”, wissen Scherer und seine Kollegen.

Noch eine Besonderheit haben die gymnasialen Oberstufen der Berufskollegs: Das Zentralabitur wird hier erst nach und nach eingeführt. 2008 gab es zentrale Prüfungen in den Berufsschwerpunkten, in diesem Jahr kommen die Leistungskurse dazu, ab 2010 alle übrigen Abiturfächer.

An der Mies-van-der-Rohe-Schule gibt es die gymnasiale Oberstufe seit 20 Jahren, an der Lothringer Straße sogar schon seit 1980. Recht neu in diesem Bereich ist die Käthe-Kollwitz-Schule. „Wir arbeiten jetzt im vierten Jahr”, berichtet Bildungsgangleiter Frank Röhlings.


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