Abendgymnasium und Euregio-Kolleg: Alternativstandort gesucht

Von: Michael Grobusch
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Hier wird am 31. Juli 2017 Schluss sein: Weil es am Hander Weg (unser Bild) nicht genügend Platz für die fast 600 Schüler der neuen gemeinsamen Schule geben wird, muss ein anderer Standort gefunden werden. Favorit ist bis dato das Gebäude des Euregio-Kollegs in Würselen. Foto: M. Grobusch

Städteregion. Die Kollegien des Abendgymnasiums und des Euregio-Kollegs sind der Zeit voraus. Denn während Verwaltungen und Fraktionen in Aachen und der Städteregion noch darüber diskutieren – und mitunter sogar streiten –, wo nach der geplanten Zusammenlegung der (Haupt-) Standort der neuen, gemeinsamen Einrichtung sein wird, haben sich Schulleitungen und Lehrer schon mal auf einen Namen geeinigt: „Weiterbildungskolleg der Städteregion Aachen – Abendgymnasium und Kolleg“.

Das klingt ziemlich hölzern, beschreibt aber im Grunde sehr treffend, was die Städteregion als Trägerin plant und zum Schuljahr 2017/18 wohl auch umsetzen wird: die Bündelung der Angebote des zweiten Bildungsweges. Zwar kann noch niemand beziffern, um wie viel – und ob überhaupt – der städteregionale Haushalt entlastet werden könnte. Doch es geht um mehr als um eine rein finanziell motivierte Maßnahme, es geht um die langfristige Sicherung eines ortsnahen Angebotes.

Dass diese alternativlos ist, hat gerade erst die Bezirksregierung in einer Stellungnahme herausgestellt. Vor allem mit Blick auf die Studierenden des Euregio-Kollegs, für die die Aufsichtsbehörde sogar eine „Verpflichtung“ zur weiteren Versorgung auf Seiten der Städteregion sieht, nachdem der bisherige Trägerverein „Weiterbildungskolleg“ (WbK) am 23. September beschlossen hat, den Schulbetrieb zum 31. Juli 2017 einzustellen. Schließlich wären die „nächstgelegenen“ Anbieter anderenfalls in Zukunft das Köln-Kolleg in Deutz sowie das Weiterbildungskolleg der Stadt Bonn.

Aber auch beim Abendgymnasium, das bisher im Schulzentrum am Hander Weg im Aachener Stadtteil Laurensberg beheimatet ist, gibt es Handlungsbedarf. Denn erstmals wurde in diesem Herbst die gesetzlich definierte Mindestschülerzahl von 240 um fünf unterschritten. Zum Vergleich: Das Euregio-Kolleg in Würselen zählte nach Verwaltungsangaben zum selben Zeitpunkt 340 Studierende.

So sind sich denn auch alle Beteiligten einig, dass eine Zusammenführung Sinn macht. Doch die Frage, wo das geschehen soll, ist weiterhin offen. Eine verbindliche Antwort soll der Städteregionsausschuss am 9. Februar geben – nachdem die Verwaltung zuvor einen noch zu unterbreitenden Alternativvorschlag der Stadt Aachen geprüft hat. Diese hatte sich, ebenso wie der dortige Schulausschuss, Ende November sichtlich irritiert gezeigt, weil im städteregionalen Pendant überraschende Details zum weiteren Ablauf des Verfahrens bekannt geworden waren.

Demnach schien die Entscheidung über den zukünftigen Standort bereits zugunsten des Euregio-Kolleg-Gebäudes gefallen zu sein, weil die Kapazitäten am Hander Weg nicht für fast 600 Schüler reicht – was im Übrigen unstrittig ist.

Nun aber will Aachen bis Mitte Januar ein anderes Gebäude benennen. Es soll dann von der Städteregion, ebenso wie das Euregio-Kolleg, einer Eignungsprüfung unterzogen werden. Wesentliche Kriterien sind dabei das (Fach-) Raumangebot, der Anschluss an den ÖPNV und die damit verbundenen Fahrtkosten, der nutzbare Parkraum sowie die Unterhalts- und Betriebskosten. „Oberbürgermeister Marcel Philipp hat darum gebeten, vor einer abschließenden Entscheidung die Standortfrage in der am 17. Januar stattfindenden gemeinsamen Sitzung des Verwaltungsvorstandes der Stadt Aachen und der Verwaltungskonferenz der Städteregion zu erörtern“, berichtet Markus Terodde.

Beschlussempfehlung

Diesem Wunsch wird der Bildungsdezernent entsprechen und auf Basis der Ergebnisse der städteregionalen Politik bis Ende des Monats eine Vorlage mit Beschlussempfehlung vorlegen. Am 9. Februar soll der Städteregionsausschuss dann einen Eilbeschluss fassen. Schließlich wird es noch einiges zu regeln geben.

„Und es wäre darüber hinaus notwendig, mit ausreichendem Vorlauf für die neue Institution zu werben, die für die Bildungsregion Aachen auch in Zeiten rückläufiger Schülerzahlen von großer Bedeutung ist”, hatte Terodde im Interview mit unserer Zeitung erklärt. Zudem hatte er gefordert, dass es eine Entscheidung allein nach sachlichen Kriterien, ohne lokalpatriotischen Einfluss geben müsse. „Wir sind Städteregion, und es geht im Kern um ein qualitativ hochstehendes und gut erreichbares Angebot in der Weiterbildung.“

Auch in diesem Punkt scheinen die Kollegien einigen Vorsprung zu haben. Übereinstimmend wird von beiden Seiten berichtet, dass es eine ausgeprägte Gesprächs- und Kooperationsbereitschaft gebe, die eine gute Grundlage für die pädagogische Entwicklung der gemeinsamen Schule biete. Anfang Januar sollen in diesem Sinne Arbeitsgruppen gebildet werden, und für Mitte Februar ist die erste gemeinsame Lehrerkonferenz vorgesehen. Ob diese in Aachen oder in Würselen stattfinden wird, ist allerdings nicht überliefert...

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