Abendgymnasium: Stadt Aachen widerspricht der Städteregion

Von: Margot Gasper
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Städteregion. Das Abendgymnasium soll in Aachen bleiben. Das fordert zumindest der städtische Schulausschuss und hat die Verwaltung deshalb einstimmig beauftragt, nach einem Hauptstandort mit geeigneten Räumen zu suchen oder zumindest „Übergangsszenerien“ zu entwickeln.

Fraktionsübergreifend hatten die Schulpolitiker das Thema Abendgymnasium kurzfristig auf die Tagesordnung setzen lassen. Denn mit Befremden hatte man nach eigener Aussage die in der vergangenen Woche gemachte Ankündigung der Städteregion zur Kenntnis genommen, dass der gemeinsame Hauptstandort von Euregio-Kolleg und Abendgymnasium künftig in Würselen sein soll.

Das Schulzentrum Laurensberg, wo das Abendgymnasium der Städteregion bisher seine Zentrale hat, sei als Hauptstandort nicht geeignet, und eine Alternative habe Aachen nicht, hatte der städteregionale Bildungsdezernent Markus Terodde in der Sitzung des städteregionalen Schulausschusses erklärt.

Diese Darstellung wies die Aachener Schuldezernentin Susanne Schwier nun entschieden zurück. „Die Verwaltung hat nicht gesagt, wir hätten keinen Standort und kein Interesse.“ Aus der Städteregion sei lediglich die Anfrage gekommen, ob im Schulzentrum Laurensberg rund 22 Räume zusätzlich bereitgestellt werden könnten. „Diese zusätzlichen Kapazitäten stehen vormittags nicht zur Verfügung“, erklärte Schwier.

„Die Standortfrage aber war kein Thema.“ Die Zusammenführung von Abendgymnasium und Euregio-Kolleg sei „inhaltlich sinnvoll“. Man habe jetzt allerdings bei den Akteuren in der Städteregion interveniert, um Zeit zu gewinnen für die Standortsuche in Aachen.

Einen Hauptstandort in der Stadt Aachen halten die städtischen Schulpolitiker für sinnvoll und wichtig. „Fast 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler kommen aus Aachen“, betonte Ulla Griepentrog (Grüne). „Dann ist es doch sinnvoll, wenn der Standort in Aachen ist.“ Die Verwaltung, sagte Holger Brantin (CDU), müsse nun Zeit bekommen, gründlich nach einer Immobilie zu suchen. Auch für Said Giancoli (SPD) ist die Sache längst noch nicht gegessen: „Das Abendgymnasium muss in Aachen bleiben! Nicht nur eine Klasse.“

Derzeit unterrichtet das Abendgymnasium auch an einem Nebenstandort in der Eintrachtstraße. „Wir haben in Aachen immer mehr leer stehende Schulen, die wir gerne füllen würden“, betonte Giancoli. Gehe das Abendgymnasium, dann schwäche das den Bildungsstandort Aachen, ist Michael Sahm (Piraten) überzeugt.

Welche Gebäude in Aachen jetzt zuerst auf ihre Tauglichkeit untersucht werden, dazu wollte die Verwaltung am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung nichts sagen. Man gehe den Auftrag der Politik ganz ergebnisoffen an, hieß es lediglich.

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