Ab 2011 gibt es Demenz-Label für Heime

Von: udo
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Aachen. Trotz inhaltlicher Kritikpunkte einiger Heimleiter haben Pflegekonferenz und Seniorenbeirat der Städteregion dem Projekt Demenz-Label einstimmig grünes Licht gegeben. Demnach soll nach der nun abgeschlossenen Anlaufphase das Qualitätssiegel drei Jahre lang erprobt werden. Über eine dauerhafte Einführung soll im Jahr 2013 entschieden werden.

Vor dem Hintergrund, dass die strukturellen und fachlichen Anforderungen bei der Betreuung demenziell veränderter Menschen sehr hoch sind und sich Demenz immer stärker zu einer „Volkskrankheit” entwickelt, will die Städteregion mit dem Label einen - sehr hohen - Qualitätsstandard formulieren, der in dieser Art einmalig in NRW ist, wie Sozial- und Gesundheitsdezernent Günter Schabram betonte. Das jeweils auf drei Jahre und nach einem aufwändigen Verfahren verliehene Demenz-Label signalisiere auch nach außen eine hohe Kompetenz - ein Pfund, mit dem die Heime wuchern können.

Werbefaktor

Diesen Werbefaktor will Manfred Borutta vom Amt für Altenarbeit aber nicht in den Mittelpunkt gerückt wissen. Vielmehr betonte er bei der Vorstellung des Projekts vor allem die Möglichkeit der Heimleitungen und deren Mitarbeiter zur Selbstreflexion als eine Art Standortbestimmung bei der Betreuung altersbedingt verwirrter Menschen. Hinzu komme, dass die Häuser im Rahmen des anspruchsvollen Label-Prozesses an ihren Defiziten arbeiten und ihr Angebot verbessern könnten. Dass dies gelinge, habe die nun abgeschlossene Probephase mit sechs Einrichtungen gezeigt, von denen mit dem Senioren-Wohnsitz Ursula Lambertz in Kalterherberg, dem Seniorenzentrum Maria-Hilf-Stift in Monschau und dem Seniorenbetreuungszentrum in Eschweiler (SBZ) drei Einrichtungen im Januar 2011 ein Label erhalten.

Zufrieden waren mit den ersten Erfahrungen aber nicht alle. Während SBZ-Leiter Bernhard Müller berichtete, dass der Label-Prozess seinen Mitarbeiter „weitergeholfen und sie motiviert” habe, verwiesen Peter Mostert als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Heimleiter und Thomas Vieg, Leiter des Seniorenheims Am Bockreiter in Herzogenrath, auf andere Erfahrungen. „Meine Mitarbeiter sind über die Bewertung durch das Label-Team frustriert und teilweise ratlos, weil die Einschätzungen nicht nachvollziehbar sind”, meinte etwa Vieg, der die Entwicklung des Labels bei aller Kritik aber begrüßte. Dass das Verfahren ständig optimiert werden muss, daraus machte Schabram keinen Hehl. Ziel müsse sein, im Sinne der Bewohner gemeinsam eine möglichst hohe Betreuungsqualität zu erreichen.
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