„72 Stunden”: Die Welt ein wenig besser machen

Von: Christoph Classen
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Stolberg. Laura Pauli ist zehn, ein aufgewecktes Mädchen, und wie das so ist in diesem Alter, manchmal ein wenig schüchtern. Als sie davon erzählt, was sie und die anderen Messdiener der St. Rochus Gemeinde in Zweifall vorhaben, versteckt sie das Gesicht hinter ihren Händen.

Schüchtern hin oder her. Am 10. Mai wird Laura mit ganz schön vielen fremden Menschen sprechen. Sie wird ihnen Kaffee und Kuchen servieren, ihnen einen schönen Tag bereiten. Freiwillig, weil sie es möchte. 300 Senioren aus Zweifall wollen die Messdiener anschreiben und einladen. Ob die schüchterne Laura Angst hat vor diesem Tag? „Nein, die können ja nicht besonders schnell sein”, sagt sie.

Spaß beiseite, denn das, was die Messdiener aus Zweifall machen, ist ebenso ernst zu nehmen wie beispielhaft. Sie haben sich bei der Sozialaktion „72 Stunden - Uns schickt der Himmel” angemeldet, die vom 7. bis 10. Mai laufen wird. Organisiert wird die Initiative vom Bund der deutschen Katholischen Jugend.

Und die Zielsetzung klingt äußerst ambitioniert: Nach der Aktion soll die Welt ein bisschen besser sein. Die Messdiener aus Zweifall - neben Laura Pauli sind das Niklas Conen, Patrick Kos, Julia Bach, Natalie Mambor, Lukas Willms, Bernadette-Olivia und Astrid-Izabella Berzborn - möchten ihren Teil dazu beitragen. Deswegen organisieren sie das Frühlingsfest für die Senioren am Muttertag. Natürlich ist es nur eine kleine Aktion. Aber mehr muss es auch gar nicht sein, um die Welt ein wenig zu verbessern.

Die Veranstalter rechnen damit, dass sich bundesweit bis zu 100000 Jugendliche an der Aktion beteiligen. Allein in der Region Aachen-Land haben sich bislang 21 Gruppen mit 728 Teilnehmern angemeldet. Fast täglich werden es mehr. Was sie verbindet, ist der Einsatz für andere. Ob handwerklich, politisch oder sozial: In 72 Stunden muss das Projekt umgesetzt sein.

Die Messdiener aus Zweifall haben sich dabei für die sogenannte „Do it”-Variante entschieden, sie meldeten sich mit einem konkreten Projektvorschlag an. Für Wagemutige gibt es die „Get it”-Variante, bei der die Gruppe erst beim Start der Aktion von ihrem Projekt erfährt. Die Anmeldung läuft übrigens noch, willkommen ist jeder, es muss nicht zwingend eine kirchliche Gruppe sein.

Martin Pier sieht in der Aufgabe, die sich die Messdiener ausgesucht haben, „eine logistische Herausforderung”. Aber der Sprecher des Koordinierungskreises der Aktion in der Region Aachen-Land ist sicher, dass seine Schützlinge sie bewältigen werden: „Uns schickt ja der Himmel.”
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