Eschweiler - 100-prozentiger Rückhalt für Hospizarbeit

100-prozentiger Rückhalt für Hospizarbeit

Von: Juliane Klieser
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Begleitung bis in den Tod: Bei
Begleitung bis in den Tod: Bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen der Servicestelle Hospizarbeit gab es von allen Seiten Lob für die von allen Beteiligten geleistete Foto: imago/Dean Pictures

Eschweiler. Bei der Zehn-Jahres-Feier der Servicestelle Hospizarbeit im Senioren- und Betreuungszentrum der Städteregion gab es viele Gründe für einen zufriedenen Blick auf die zurückliegenden Jahre. „Die Servicestelle ist ein ständig wachsendes Netzwerk, bei dem es gelungen ist, viele Institutionen, Politik und Verwaltung für die Sache zu gewinnen”, resümierte Veronika Schönhofer-Nellessen, Leiterin der Stelle, in ihrer Ansprache.

Mit der Servicestelle arbeiten Alteneinrichtungen, Krankenhäuser, Ärzte und Ehrenamtliche zusammen, die eine möglichst lückenlose Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen erreichen wollen.

Für all diese Mitwirkenden, „für die das Netzwerk eine Herzensangelegenheit ist” (Schönhofer-Nellessen), stellt die Servicestelle vor allen Dingen spezielle Bildungs- und Weiterbildungs-Angebote bereit. Das Hospiztelefon ist eine Anlaufstelle für Angehörige und beantwortet außerdem Fragen unter anderem zu Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht. Schönhofer-Nellessen dankte dem Träger der Stelle, dem Bildungswerk Aachen, für die große Unterstützung.

Hervorgegangen war das Netzwerk aus den Hospizgesprächen, die es seit 1995 in Aachen gibt. Hospizgespräche sind ein runder Tisch, an dem sich Vertreter der Einrichtungen und Dienste sowie interessierte Bürger zusammen finden. Sie diskutieren über Themen der Sterbebegleitung. Ihre Ziele sind Fortbildung, Austausch, Vernetzung und die Weiterentwicklung des Hospizgedankens. „Sie haben es geschafft, den Scheinwerferkegel auf das Thema zu lenken”, sagte Günter Schabram, Sozialdezernent der Städteregion, zur gelungenen Öffentlichkeitsarbeit. Ein Meilenstein darin sei die Karnevalssession 2006 gewesen, als Prinz Boris Bongers sich sehr offen für die Hospizarbeit engagierte. „Politik und Verwaltung stehen zu 100 Prozent hinter Ihnen”, sicherte Schabram zu.

„Die Hospizgespräche haben wesentlich dazu beigetragen, dass wir einen offeneren Blick haben, um über das Tabuthema zu reden”, meinte die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt bei der Feier. Schönhofer-Nellessen dankte der SPD-Politikerin aus Aachen, die sich während ihrer Amtszeit für den Rechtsanspruch eines jeden auf palliative Versorgung stark gemacht und sie gesetzlich verankert hatte.

Dass das hospizliche Netzwerk der Städteregion eine Vorbildfunktion für ganz Deutschland hat, wusste auch Hilde Scheidt, Aachener Bürgermeisterin der Grünen, zu berichten. „Die Hilfestellung, die hier geleistet wird, ist unbezahlbar. Vielleicht kommt so das Sterben in die Würde zurück”, verwies sie auf die konkrete Bedeutung der Servicestelle für die Patienten. „Visionen erzeugen den Sog für die gemeinsame Sache”, bestätigte Dr. Birgit Weihrauch, Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes. Die Servicestelle sei beispielhaft, weil sie von der Politik unterstützt würde und weil alle beteiligten Ärzte eine spezielle Zusatzausbildung hätten. „Jeder einzelne Patient kann auf das Netzwerk zurückgreifen.”

Wer Kontakt zur Servicestelle Hospizarbeit, Adalbertsteinweg 257 in Aachen, aufnehmen möchte, kann dies unter Telefon 0241/5153490 oder auch per E-Mail unter info@servicestellehospizarbeit.de tun.
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