Zweiter Premiumwanderweg in der Eifel

Von: Berthold Heß
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Spektakuläre Fernsichten: Auf der zweiten Wanderetappe der Eifelleiter ist der Wehrturm der Burg Olbrück immer wieder am Horizont zu sehen. Foto: Berthold Heß

Adenau. Der Eifelsteig ist inzwischen sehr populär, doch wer hat schon von der Eifelleiter gehört? Dieser Weg ist noch recht unbekannt. Erst voriges Jahr wurde der zertifizierte Premiumwanderweg eröffnet. Er führt in drei Etappen aus dem Rheintal auf die Hohe Acht – mit 747 Höhenmetern der höchste Punkt der Eifel.

Rund 53 Kilometer ist der Weg von Bad Breisig lang, er endet in Adenau.

Die Strecke führt meist am Südrand der Wälder entlang, bietet also wenig Schatten. Dafür sind die Fernsichten spektakulär, sofern das Wetter es zulässt. Sinnvoll ist es deswegen, den Weg umgekehrt zu laufen von Adenau nach Bad Breisig, denn dann wandert man „in die Fernsichten hinein“, während bei der eigentlich vorgesehenen Wanderrichtung die schönen Panoramen oft hinter einem liegen und man sich immer wieder umdrehen muss, um sie zu genießen.

Für Unterkunft und Verpflegung gibt es Pauschalangebote der Touristeninformation, die auch eine fünftägige Tour möglich machen. Die angegebenen Weglängen sind nur ein Anhaltspunkt. Alle Etappen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Zeiten müssen aber gut geplant werden, denn die Busse und Bahnen fahren nicht sehr häufig. Die Strecken von der Etappe bis zur Unterkunft und die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind nicht in die Wegzeit eingerechnet. 20 Prozent Zeitzuschlag sind dafür nicht zu viel.

Die drei Etappen

Die erste Etappe der Eifelleiter ist mit 16 Kilometer angegeben und startet an der Rheinpromenade von Bad Breisig. Nach einer Viertelstunde geht es auf schmalen Pfaden aus dem Tal steil auf die Rheinhöhen. Immer wieder bieten sich schöne Aussichten auf das Rheintal. Oben trifft man auf die Reste einer keltischen Höhensiedlung. Bald verlässt die Strecke die Waldpfade und es geht über Wirtschaftswege ins „Breisiger Ländchen“, eine idyllische Hügellandschaft. Felder und Waldflecken wechseln sich ab. Gegen Ende der Etappe bildet der geologisch interessante Hufeisenkrater „Bausenberg“ einen Höhepunkt. Auf schmalen Waldwegen geht es bis zum Kraterrand hinauf. Die Fernsicht von hier ist großartig. Der Weg führt dann hinunter zum Tagesziel Niederzissen.

Die etwa 15 Kilometer der zweiten Etappe leiten meist über freie Felder und gut ausgebaute Wirtschaftswege. Wo die Strecke über Wiesen führt, steht das Gras hüfthoch. Bei Regen kann das sehr unangenehm werden. Bald ist die idyllische Landschaft des „Rodder Maars“ erreicht. Dieses Maar ist vermutlich nicht vulkanischen Ursprungs, sondern aus einem Meteoriteneinschlag entstanden. Durch den Abbau vulkanischen Basalts entstand der „Königsee“.

Mit einem Abstecher erreicht man auf verborgenen Pfaden sein Ufer. Fast die ganze Zeit ragt am Horizont der imposante Wehrturm der Burg Olbrück auf. Leider ist die Burg zu weit entfernt für einen Abstecher. Die Eifelleiter führt jetzt über uralte Wege, die schon zur Römerzeit als wichtige Handelsstraßen ausgebaut waren. Vor dem Etappenziel Kempenich sollte man noch den „Erlebniswald Steinrausch“ besuchen, ein 1,7 Kilometer langer, sehr schön gestalteter Natur-Erlebnispfad.

Die dritte Etappe ist bei weitem die längste und landschaftlich schönste. Sie ist mit 22 Kilometern angegeben, aber die Schilder an der Eifelleiter weisen 25 Kilometer aus. Durch den Wald am Vulkan „Steinrausch“ führen naturnahe Pfade. Bald geht es aber wieder, wie meist auf der Eifelleiter, durch freies Gelände am Südrand des Waldes entlang. Das Tempo ist etwas langsamer, denn es gibt mehr Pfade als Schotterwege.

Der steile Aufstieg zur Hohen Acht führt über freies Gelände, später durch kurze, schattige Waldpassagen. Die Aussicht vom Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Gipfel ist grandios. Bis Adenau sind es noch etwa elf Kilometer. Der Weg führt meist durch Wald mit steilen Abstiegen. Bänke sucht man hier leider meist vergebens. Der beeindruckende Adenauer Kreuzweg leitet hinunter zum Ort. Die hübschen Fachwerkhäuser am Marktplatz bilden den Endpunkt der Eifelleiter.

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