Aachen - Zweistromland liegt in Schutt und Asche

Zweistromland liegt in Schutt und Asche

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
Zweistromland
Großeinsatz für die Aachener Feuerwehr am frühen Montagmorgen. Aus dem Restaurant „Zweistromland” neben der Baustelle des neuen Tivoli schlugen Flammen. Foto: Jaspers

Aachen. Das „Zweistromland” ist abgebrannt. Das beliebte Ausflugslokal in unmittelbarer Nähe des alten und vor allem neuen Tivolis wurde in der Nacht zum Montag ein Raub der Flammen. Ein Lkw-Fahrer hatte nach Angaben von Einsatzleiter Marcus Mehlkop Feuerschein von der Krefelder Straße aus bemerkt und gegen 2.48 Uhr Alarm ausgelöst.

Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand das langgestreckte Flachgebäude bereits vollständig in Flammen, so dass die Alarmstufe III ausgelöst wurde und drei weitere Löschzüge zum Ort des Geschehens beordert wurden.

Einsturzgefahr

Rund 70 Wehrmänner hatten alle Hände voll zu tun, den Großbrand unter Kontrolle zu bekommen. Zunächst vergewisserten sich die Hilfekräfte, dass sich in dem langgestreckten Gebäude keine Menschen mehr befanden. Mit Wasser aus sechs C-Rohren, außerdem zwei Wasserwerfern zur Brandbekämpfung von oben über Hubrettungsbühnen eingesetzt, konnte gegen 4.30 Uhr das Kommando „Feuer in Gewalt” gegeben werden. Der Verkehr auf der Krefelder Straße musste stadteinwärts bis 6 Uhr morgens umgeleitet werden. Die Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis in die Mittagsstunden des Montags hin und gestalteten sich schwierig, vor allem wegen großer Brandnester in der Dachkonstruktion und akuter Einsturzgefahr.

Über die Höhe des Schadens konnten am Montag weder Polizei noch Feuerwehr konkrete Angaben machen. Er geht auf alle Fälle in die Hunderttausende, Beobachter halten eine halbe Million für realistisch. Einsatzleiter Mehlkop: „Auf alle Fälle ist von Totalverlust auszugehen.”

Auch über die Brandursache bestand noch keine Klarheit, die Kriminalpolizei hat aber mit größerem Aufwand die Ermittlungen aufgenommen. Immer wieder kamen am Vormittag neue Einsatzkräfte zu der völlig zerstörten Ruine.

Für den Inhaber des nach Mesopotamien, einer Wiege der Menschheit, benannten Restaurants, Ekrem Atas, handelt es sich auf alle Fälle um einen schweren Rückschlag: „Ich weiß nicht, wie es weitergeht.”

Auch er kann noch nicht sagen, ob das Gebäude noch einmal wiederhergerichtet werden kann und welcher Aufwand dafür notwendig ist. „Die haben mich nicht reingelassen.”

1999 hatte der Gastronom das „Zweistromland” eröffnet, viele Speisen wurden nach jahrtausendealter Tradition im Lehmofen mit Buchenholz gegart.

Vertrag bis 2014

Im letzten Jahr war das Lokal bereits ins Scheinwerferlicht gerückt, als es Querelen im Zusammenhang mit dem Tivoli-Neubau gab. Atas war nämlich nicht nur Pächter des „Zweistromlandes”, sondern auch des Bistros in der Tennishalle des PTSV, die dem Stadion-Neubau weichen musste.

Als die Bagger anrückten, stoppte der Gastronom mit Freunden und Verwandten vorübergehend den Abriss, es entbrannte ein längerer Verhandlungsmarathon mit dem Grundstückseigentümer, der Stadt Aachen.

Nachdem sich Oberbürgermeister Jürgen Linden eingeschaltet hatte, wurde eine langfristige Absicherung des Lokals bis 2014 an der Krefelder Straße vereinbart, zusätzlich noch eine Option auf Verlängerung.

Ob das „Zweistromland” an dieser Stelle eine Zukunft hat, konnte am Montag auch beim Eigentümer Stadt niemand sagen. Sprecher Hans Poth: „Wir müssen uns erst durch das umfangreiche Regelwerk arbeiten. So weit ich weiß, ist der Vertrag 30 Seiten lang.”

Am Dienstag wird sich der Verwaltungsvorstand mit dem Fall befassen. Sollte das Gebäude nicht reparabel sein, darf dort kein neues errichtet werden: „Der Bebauungsplan sieht in diesem Bereich eine Freifläche vor.”
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