Zweijähriger getötet: Prozess gegen Vater verschoben

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Köln. Der Prozess um den gewaltsamen Tod eines zwei Jahre alten Kindes vor dem Kölner Landgericht ist am Freitag kurz nach Beginn abgebrochen worden.

Der angeklagte 29-jährige Vater des Jungen musste wegen gesundheitlicher Probleme in einer Verhandlungspause im Gerichtsgefängnis behandelt und dann mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht werden. Wann der Prozess fortgesetzt werden kann, ist noch unklar. Zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen hat sich der Mann sich bislang nicht geäußert.

Die Staatsanwaltschaft hat den 29-Jährigen wegen Mordes, versuchten Mordes und Misshandlung von Schutzbefohlenen angeklagt. Der sechsfache Familienvater soll seinen zwei Jahre alten Sohn Ende Januar in einem Wohnheim in Köln mit voller Wucht gegen die Wand geworfen haben, weil das Kind sein Abendbrot nicht essen wollte. Dabei erlitt der Junge ein tödliches Schädel-Hirn-Trauma und einen Schädelbruch.

Darüber hinaus gehen die Ermittler davon aus, dass es im Dezember 2008 bereits einen ähnlichen Fall gegeben hat, bei dem der Zweijährige auch schon einen Schädelbruch erlitt, der aber nicht behandelt wurde. Die 22-jährige Mutter des Jungen ist vor Gericht als Nebenklägerin dabei. Nach Angaben ihres Anwaltes waren die fünf übrigen Kinder der Familie vom Jugendamt zunächst in Pflegefamilien untergebracht, inzwischen sind sie aber wieder bei der Mutter.

Die 22-Jährige sei mit der Gesamtsituation in der Familie überlastet gewesen und habe möglicherweise deshalb nicht rechtzeitig eingegriffen. Sie gilt im Prozess als wichtigste Zeugin. Das Kölner Landgericht hat für den Prozess zunächst 16 Verhandlungstage angesetzt. 40 Zeugen sollen gehört werden, das Urteil soll frühestens am 29. Oktober verkündet werden.

Die Homepage wurde aktualisiert