Zwei Männer wegen Mordes an Makler verurteilt

Von: dapd
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Köln. Weil er einen Immobilienmakler an Weihnachten 2009 erschlagen hat, muss ein 28-jähriger Bulgare lebenslänglich in Haft. Das hat das Kölner Landgericht am Freitag entschieden.

Die Richter verurteilten den Gelegenheitsarbeiter wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge. Sein 19-jähriger Stiefbruder und Komplize bekam wegen derselben Anklagepunkte acht Jahre Jugendstrafe. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die beiden geständigen Männer den Makler in dessen Keller mit Eisenstangen und Holzknüppeln erschlagen hatten.

Täter arbeiteten für das spätere Opfer

Laut Urteil waren die Männer aus Bulgarien nach Deutschland gekommen, um als Tagelöhner ihre Familien in der Heimat zu unterstützen. Unter anderem hatten die Stiefbrüder in Köln auch für das spätere Opfer gearbeitet. So hatten sie für den Makler Renovierungsarbeiten durchgeführt und dabei laut Richterin erkannt, dass der 72-Jährige häufig große Mengen Bargeld bei sich hatte. Kurz vor Weihnachten 2009 hätten sie beschlossen, den Makler auszurauben und zu töten.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag nahmen sie deshalb abends Kontakt zu ihm auf, lockten ihn in den Keller eines Mehrfamilienhauses und schlugen ihn mit einem Tischbein aus Holz und einer Metallstange zu Boden. Der 72-Jährige erlitt tödliche Schädel-Hirn-Verletzungen. Wenige Minuten nach der Tat hatten die Männer mit der EC-Karte des Opfers zum ersten Mal Geld abgehoben.

Die beiden Stiefbrüder waren über Belgien und Österreich in ihrer bulgarische Heimat geflüchtet. Sowohl in Belgien als auch in Österreich wurden beide in verschiedenen Banken beim Abheben des Geldes gefilmt. Die entsprechenden Videos der Überwachungskameras wurden in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst” gezeigt, daraufhin konnten die Männer identifiziert und letztlich in Bulgarien gefasst und ausgeliefert werden.

Angeklagte entschuldigten sich bei Witwe

Beide Angeklagten hatten im Prozess die Tat gestanden. Es sei für seinen Mandanten eine regelrechte Befreiung gewesen, über das Geschehen sprechen zu können, sagte Verteidiger Karl-Christoph Bode. Beide hatten sich auch bei der Witwe des Maklers entschuldigt, sie akzeptierte die Entschuldigung. Die Richterin nannte dies eine „bemerkenswerte Geste”.

Bei dem 19-Jährigen habe man aufgrund seiner bisherigen Entwicklung in jedem Fall das Jugendstrafrecht anwenden können, sagte die Richterin. Strafmildernd sei außerdem sein Geständnis gewertet worden. Sie war mit dem Urteil weitestgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Ob die Angeklagten gegen das Urteil Revision einlegen, blieb nach Prozessende offen.
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