Zwei Leichen: 31 Jahre alter Aachener angeklagt

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Aachener Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Sven W. (31) wegen zweifachen Totschlags erhoben. Am 7. Mai soll er in der Oppenhoffallee in Aachen eine 71-Jährige erstochen haben, einen Tag später in der Kongressstraße einen 55 Jahre alten Mann, der erst acht Tage nach der Tat in seiner Wohnung gefunden wurde. Mit der Eröffnung des Prozesses ist nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft in den nächsten Wochen zu rechnen.

Sven W. wird der Aachener Drogenszene zugerechnet, bei beiden Delikten ging es um den Verkauf des Psychopharmakons Diazepam.

Am Vormittag des 7. Mai war W. in der Wohnung der 71 Jahre alten Frau erschienen, um das Medikament bei ihr zu kaufen. Diazepam wirkt angstlösend, entspannend und beruhigend. Für kurze Zeit kann es auch als Schlafmittel verwendet werden, doch die Gefahr, abhängig zu werden, ist groß.

W. und die Frau gerieten während der Verhandlungen in Streit, in Folge dessen W. ein Messer zog und mehrfach auf die Frau einstach. Bei der Obduktion ihrer Leiche wurden Einstiche in Brust und Rücken festgestellt, tödlich war letzten Endes ein Stich in die Brust.

Einen Tag später, am 8. Mai, wollte Sven W. erneut Diazepam kaufen, dieses Mal von einem 55 Jahre alten Bekannten, der in einem städtischen Übergangswohnheim in der Kongressstraße lebte. Auch an diesem Tag endeten die Verkaufsverhandlungen in einem Streit.

Nach einer verbalen Auseinandersetzung zog Sven W. sein Messer und stach mehrfach in den Oberkörper des 55-Jährigen. Bei beiden Taten soll er unter Kokaineinfluss gestanden haben.

Die Spur der DNA

Obwohl mehrere Zeugen beobachtet hatten, wie Sven W. am 8. Mai den Tatort verließ, war es eine DNA-Spur, die die Ermittler zu W. führte. Die Spurensicherung der Polizei hatte in der Wohnung in der Kongressstraße DNA sichergestellt, die nicht vom Opfer stammte.

Ein Abgleich mit der Datenbank der Polizei ergab einen Treffer: Gegen Sven W. war in der Vergangenheit bereits in einem anderen Fall ermittelt worden, damals hatte er eine DNA-Probe abgegeben. Am 24. Mai schließlich nahm die Polizei Sven W. fest, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat er beide Taten weitgehend gestanden.

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