Zwei Jahre Haft ohne Bewährung: Neonazi büßt für höhnisches Verhalten

Von: Michael Klarmann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das Amtsgericht Aachen hat zwei Neonazis wegen eines Angriffs auf eine Demonstration von Nazigegnern im März 2008 in Aachen verurteilt.

Einer der beiden wurde zudem wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt, weil er einen Polizisten in Rurberg mit einer Bierflasche ohnmächtig geschlagen haben soll. Zwei weitere Neonazis wurden mangels Beweisen vom Vorwurf freigesprochen, ebenso die Demonstration mit attackiert zu haben.

Seit Oktober mussten sich die vier Neonazis - darunter führende Kader der „Kameradschaft Aachener Land” (KAL) - vor Gericht verantworten. Dabei ging es hauptsächlich um den Angriff von 30 bis 40 teils vermummten Neonazis auf die Demonstration nahe dem Elisenbrunnen in Aachen. Hierbei waren die Rechten als Block formiert auf 150 bis 200 Nazigegner - darunter auch Lokalpolitiker - losmarschiert. Es kam zu Tumulten und Gewalttaten.

Die Richterin wertete das Auftreten der Neonazis als Bedrohungsszenarium. Man habe in Kauf genommen, dass die Lage eskaliere und es zu Gewalt komme, sagte sie. Ein Student aus Düren und ein Lehrling aus Aachen wurden daher wegen Landfriedensbruch und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz verurteilt. Der Aachener muss nun eine Geldstrafe von 1350 Euro zahlen.

Zwei Neonazis aus Düren und Vettweiß, darunter der „Kamerad-schaftsführer” der KAL, Rene L., wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Student aus Düren wurde in einem weiteren Fall wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Richterin sah es als erwiesen an, dass er 2008 bei „Rursee in Flammen” den Polizisten, der privat dort war, ohnmächtig geschlagen hatte. Damals war eine Gruppe von Neonazis und KAL-Leuten durch Rurberg gezogen und hatte Parolen skandiert. Daraufhin hatte der Mann per Notruf Kollegen informiert. Es kam zu einer Auseinandersetzung, der Polizist trug schwere Kopfverletzungen davon.

Als Schläger sei der Student identifiziert, so die Richterin. Unter Einbeziehung einer bis dahin noch zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung, der Tat am Rursee und dem Angriff auf die Demonstration verurteilte sie den Mann zu einer Gesamthaftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten - ausdrücklich wegen der Uneinsichtigkeit und des höhnischen Verhaltens gegenüber Zeugen und Opfern nicht mehr ausgesetzt zur Bewährung.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert