Aachen - Zufälliges Treffen mit Psychiaterin in der Parkgarage

Zufälliges Treffen mit Psychiaterin in der Parkgarage

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Ärztin Prozess
Mit einer tödlichen Dosis Morphin soll eine 35-jährige Ärztin ihren 50 Jahre älteren Ehemann getötet haben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es war ein zufälliges Zusammentreffen in einer Parkgarage, das den Mordprozess gegen die Aachener Ärztin Lydia H. (36) eventuell erneut um einen Monat oder fünf Verhandlungstage verlängern könnte.

Reinhard Birkenstock, Verteidiger der unter Mordverdacht stehenden Ärztin, sollte am Montag eigentlich bereits zum zweiten Mal plädieren. Doch es kam wieder anderes.

Lydia H., die laut Anklage vor etwa einem Jahr aus Habgier ihren 50 Jahre älteren Mann in Aachen mit einer Überdosis Morphin umgebracht haben soll, schweigt in diesem Prozess vor der Aachener Schwurgerichtskammer eisern. Dafür reden andere - und dies des Öfteren - in ihrem Namen. So habe Zeuge G., es ist der neue aus Süddeutschland stammende Liebhaber der Ärztin, der psychiatrischen Gutachterin Konstanze Jankowski bei einem zufälligen Treffen vor einigen Tagen im Parkhaus von einem Brief der Angeklagten berichtet. In ihm ging es unter anderem darum, dass Lydia H. als Neunjährige mehrfach vergewaltigt worden sei, dies von einem Familienmitglied, ein Sachverhalt, den die Psychiaterin an den Verteidiger weiterleitete. Das mache nun, so der gewiefte Anwalt, eine weiteres Gutachten zu einer möglichen bis heute fortdauernden Traumatisierung der Angeklagten zwingend notwendig.

Den Antrag stellte Birkenstock am Montag „hilfsweise”, heißt für den Fall eines Schuldspruches der Kammer gegen die Angeklagte. „Ich gehe nach wie vor von der Unschuld meiner Mandantin aus”, stellte Birkenstock klar. Er beantragte jedoch vorsorglich, eine fachlich spezialisierte Kölner Traumatologin zu bestellen, da ein die Persönlichkeit veränderndes Trauma nicht auszuschließen sei.

„Ist ihre Mandantin denn bereit, Auskünfte zu geben”, fragte das Gericht. Ja, das werde sie tun, bekräftigte Birkenstock nach wiederholten Verhandlungsunterbrechungen. Für den laufenden Prozess ändere sich allerdings nichts: „Meine Mandantin schweigt in dieser Hauptverhandlung”, bestätigte Birkenstock. Die Kammer vertagte am Montag die Entscheidung auf Donnerstag.
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