Zu wenige Wohnungen in Aachen und Münster

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Aachen/Münster. Übertriebene Horrorszenarien zu der Bevölkerungsentwicklung schrecken nach Ansicht der Bausparkasse LBS West viele mögliche Bauherren ab.

Vorstandsvorsitzender Christian Badde kritisierte vor allem Aussagen aus der Politik, dass Deutschlands Bevölkerung in den nächsten 50 Jahren dramatisch schrumpfen werde. „Die Bevölkerungsprognosen vor 20 Jahren lagen deutlich daneben. Alle langfristigen Prognosen haben bisher zu niedrig gelegen.” Für die nächsten Jahre sei eine deutliche Verknappung bei Immobilien zu erwarten. „Und auch ein Ingenieur aus Indien und eine Krankenschwester aus Polen brauchen Wohnraum.”

In Nordrhein-Westfalen entstehen nach Angaben der größten deutschen Landesbausparkasse weiterhin zu wenig neue Wohnungen. Vor allem in beliebten Universitätsstädten wie Aachen und Münster und in der Rheinschiene werde sich die Wohnungsnot in den nächsten Jahren verschärfen, warnte Badde. „Anziehende Wohnungspreise und Mieten sind die Konsequenz.”

Von Mitte 2008 bis Mitte 2010 seien die Mieten in Köln um 8,4 Prozent, in Düsseldorf um 14,5 Prozent, in Dortmund um 9,2 Prozent, in Münster um 11 Prozent und in Bielefeld immerhin um 3,7 Prozent gestiegen. Der Neubau zwischen Rhein und Weser hatte im vergangenen Jahr mit 32.000 fertiggestellten Wohnungen einen Negativrekord erreicht.

Im laufenden Jahr seien es immerhin 34.000 neue Einheiten, also sechs Prozent mehr. „Allerdings reicht diese Steigerung bei weitem nicht aus und ist kein Hinweis auf einen entspannteren Wohnungsmarkt”, sagte Badde. Nach Berechnungen der LBS West müssten landesweit jedes Jahr zusätzliche 40 000 Wohnungen gebaut werden.

Angesichts einer Preissteigerung von 21 Prozent bei neuen Eigentumswohnungen habe sich Betongold zwar zuletzt als gute Geldanlage erwiesen. Der Trend sei in NRW jedoch nicht einheitlich, sagte Badde. Besonders attraktive Wohnungsmärkte gebe es zum Beispiel im Großraum Köln-Düsseldorf und im Münsterland. Schwieriger zu vermitteln seien Randlagen in der Eifel und im Raum Brilon. Das habe auch damit zu tun, dass im Beruf mehr Mobilität gefragt sei. Dadurch würden Immobilien mit schlechter Verkehrsanbindung weniger attraktiv.
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