Maastricht - Zu wenig Niederländisch im Studium: Universität Maastricht wird verklagt

Zu wenig Niederländisch im Studium: Universität Maastricht wird verklagt

Von: cheb
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Das Hauptgebäude der Universität Maastricht: Die Uni profiliert sich durch ihre Internationalität. Foto: Sander Spek

Maastricht. Die Universität Maastricht gilt als besonders international. Rund 15.000 Studenten sind dort eingeschrieben, über die Hälfte davon kommt aus dem Ausland. Kein Wunder, denn die Hochschule punktet mit englischsprachigen Studiengängen. Das ist ein Dorn im Auge der Vereinigung Beter Onderwijs Nederland (BON), die sich für ein besseres Bildungssystem in den Niederlanden einsetzt - und die Universität verklagt.

Nach Ansicht der BON verstößt die Maastrichter Universität, genauso wie die Hochschule in Twente, mit den ausschließlich englischsprachigen Studiengängen gegen das Gesetz, berichtete das Nachrichtenportal „De Limburger“ am Freitag. Man würde öffentliche Gelder missbräuchlich verwenden.

Vorgeschrieben ist, dass Bildungseinrichtungen die Ausdrucksfähigkeit bei niederländischen Studenten fördern sollen. Durch die komplett englischsprachigen Studiengänge umgehe man die Bestimmungen und sorge dafür, dass die ausländischen Studenten zu wenig Niederländisch lernten. Darüberhinaus werte man auch Niederländisch als Muttersprache ab, wenn es im späteren Bildungsleben keine Bedeutung habe.

Ad Verbrugge, Präsident von BON, stellte eine sprachliche Verschlechterung fest bei Menschen, die später wichtige Positionen in der Gesellschaft einnehmen sollen. „Ich finde es wirklich katastrophal, was hier passiert“, sagte Verbrugge. Wenn Universitäten die Sprache nicht mehr Ernst nehmen, würde sich das auch auf Schulen auswirken, sorgte sich der Philosophie-Dozent der Freien Universität Amsterdam. Von dem Gerichtsurteile erhoffe er sich eine Auswirkung auch auf andere Hochschulen, die auf englischsprachige Studieninhalte in hohem Maße setzen.

Den Aufsichtsbehörden warf er vor, nicht gegen Universitäten vorzugehen, die sich nicht an der Förderung der niederländischen Sprache beteiligen. Die Behörde antwortete, dass man den Prozess abwarte und derzeit eine Studie zur Internationalisierung durchführe, die auch die Sprachpolitik der Hochschulen im Königreich betrachte.

Die Universität Maastricht wehrte sich gegen die Vorwürfe der BON. „Wir sind überzeugt von dem Mehrwert der Internationalisierung für die Qualität unserer Ausbildung und Forschung“, hieß es von Seiten der Hochschule. Nur so könne die wissenschaftliche Leistung der Niederlande auch international wahrgenommen werden.

Nicht alle Schulen werben so sehr um Studenten aus dem Ausland wie es in Maastricht der Fall ist. Am Montag übergaben der Verband der Universitäten (VSNU) und der Verband der Fachhochschulen (VH) eine neue „Internationalisierungsagenda“ an Bildungsministerin Ingrid van Engelshoven. Darin forderte man die Möglichkeit, Studenten aus dem EU-Ausland ablehnen zu können oder höhere Gebühren von ihnen zu verlangen, um niederländischen Studenten bessere Chancen zu geben.

 

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