Zu viel geplaudert: Kirchenvorstand abgesetzt

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Aachen/Nideggen. Der Aachener Generalvikar hat acht Kirchenvorsteher der Pfarrgemeinde St. Hubertus aus Nideggen-Schmidt des Amtes enthoben, weil sie zu viel ausgeplaudert haben sollen. „Das ist ein bisher einmaliger Vorgang”, sagte der stellvertretende Generalvikar Rolf-Peter Cremer am Donnerstag.

Die Vorstandsmitglieder hätten „mehrmals schwerwiegend gegen die Pflicht der Amtsverschwiegenheit” verstoßen.

Die Kirchenvorsteher hätten im Pfarrbrief und per Email gezielt interne vertrauliche Informationen über die kirchliche Vermögensverwaltung öffentlich gemacht, so der Vorwurf. In dem Pfarrbrief hätten sie nicht nur die Beschlüsse zu Bau- und Renovierungsarbeiten sowie Personalsachen mitgeteilt, sondern auch die Argumentation des Pfarrers dargelegt. Einzelne Aussagen aus der vertraulichen Beratung hätten die Kirchenvorsteher in dem Pfarrbrief auch kritisiert. Damit hätten sie die Gemeinde bewusst in die Kontroversen mit dem Pfarrer hineingezogen. Zum Kirchenvorstand gehören acht Mitglieder und der Pfarrer.

In einer Stellungnahme hätten die Kirchenvorsteher argumentiert, sie hätten nur ihre „staatsbürgerlichen Pflichten” wahrgenommen. In ihrem Amt hätten sie aber ihre Verschwiegenheit zu wahren, entgegnete das Aachener Generalvikariat, eine Art bischöfliche Aufsichtsbehörde. Da der Kirchenvorstand keine Nachrücker habe, sei vorübergehend ein Vermögensberater eingesetzt worden.
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