Zu schnell im Autobahnkreuz: Acht Monate auf Bewährung

Von: Wolfgang Schumacher
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Ein Bild des Schreckens: Im November 2006 sterben bei diesem Unfall am Aachener Kreuz drei junge Menschen. Der Verursacher wurde am Montag zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Drei junge Menschen sind vor zweieinhalb Jahren an einem düsteren Novembernachmittag gegen 17.45 Uhr auf der A 544 im Aachener Autobahnkreuz bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Am Montag verurteilte das Aachener Schöffengericht mit dem Vorsitzenden Richter Matthias Quarch den 52-jährigen Fahrer eines Alfa Romeo wegen fahrlässiger Tötung zu acht Monaten Haft auf Bewährung.

Das Verfahren gegen den in Düren arbeitenden und in Aachen wohnenden Architekten war lange nicht eröffnet worden, weil die Leichen der drei jungen Leute aus Eschweiler - ein 16-jähriges Mädchen, ein 17-jähriger Junge und dem damals 20-jährigen Fahrer des Ford Escort - nicht obduziert worden waren.

Der Beifahrer hatte den Aufprall, der den Ford in zwei Teile riss, schwer verletzt überlebt und sagte am Montag als Zeuge aus. Eine weitere Unfallbeteiligte kam durch viel Glück mit dem Leben davon. Der Richter dankte in der Urteilsbegründung besonders den Eltern, dass sie nicht nachgelassen hatten. Sie saßen als Nebenkläger neben dem Staatsanwalt.

Im Saal mit weißen Trauer-T-Shirts hörten Freunde und Bekannte sowie weitere Familienangehörige der ausgesprochen sachlichen Gerichtsverhandlung zu. Bei Bildern von der Unfallstelle brachen manche in Tränen aus.

Als der Angeklagte in seinem letzten Wort von seiner Trauer über den Tod der drei jungen Leute berichtete und bekannte, er sei an ihren Gräbern gewesen, traf er nicht auf viel Gegenliebe.

Der tragische Unfall hat nicht nur drei junge Leben beendet, er hat auch zweifellos das Leben der weiteren Unfallbeteiligten nachhaltig beeinträchtigt. Tiefe psychische Folgen waren bei den am Unfall beteiligten Zeugen zu spüren, nicht zu sprechen vom Leid der Eltern.

Als ursächlich für den Tod bezeichnete Richter Quarch die überhöhte Geschwindigkeit des Alfa-Fahrers, der mit mindestens 133 Stundenkilometern, so der Sachverständige, in den Ford hineingerast war. Der stand nach einem Unfall mit einer 31-Jährigen ohne Licht auf der linken Autobahnspur. Der Alfa Romeo überschlug sich mehrfach und demolierte den Wagen der 31-Jährigen erneut. Die Frau wurde damals schwer verletzt.

Wenn der Alfa, so die Ergebnisse eines Crashtests des Biomechanik-Professor Jochen Buck aus München, die vorgeschriebenen 100 Stundenkilometer gefahren wäre, dann würden heute alle noch leben. Allerdings, betonte der Richter, sei der 20-jährige Fahrer des Escort, der den ersten Unfall verursachte, mit 160 Stundenkilometern viel zu schnell im Aachener Kreuz unterwegs gewesen.
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