Düsseldorf - Zootiere wegen Kälte eingesperrt

Zootiere wegen Kälte eingesperrt

Von: Tonia Haag, dapd
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Die Elefanten im Kölner Zoo dürfen zurzeit nicht auf die Außenanlagen, obwohl sie mit dem Schnee durchaus ihren Spaß hatten. Das Glatteis ist einfach zu gefährlich für die bulligen Tiere. Sie könnten darauf leicht ausrutschen. Foto: dapd

Düsseldorf. Aus der Ruhe lassen sich Lea und Kira so schnell nicht bringen. Auch das winterliche Wetter scheint die Damen kaum zu stören - im Gegenteil.

Mitten im Schnee haben es sich die beiden Kamelweibchen aus dem Kölner Zoo gemütlich gemacht und beobachten gemächlich kauend das Treiben um sie herum. Mit ihrem dichten Winterfell sind die Trampeltiere allerdings auch gut für den Winter gerüstet. Andere Tiere haben es da deutlich schwerer.

„Einen Teil unserer Zoobewohner haben wir wegen der Kälte eingesperrt”, berichtet Theo Pagel, der Direktor des Kölner Tiergartens. Vor allem Vögel, die normalerweise aus- und einfliegen könnten, wann sie wollen, müssten derzeit geschützt werden, damit sie sich keine Erfrierungen zuzögen.

Aber auch für größere Tiere hält der Winter seine Tücken bereit. So dürfen derzeit die Kölner Elefanten nicht auf die Außenanlagen, obwohl sie mit dem Schnee durchaus ihren Spaß hatten. Doch das Glatteis sei einfach zu gefährlich für die bulligen Tiere, sagt Pagel. „Sie könnten darauf leicht ausrutschen.”

In Münster hat die derzeitige Verbannung der Tiger in die Innenanlagen einen ganz anderen Grund. „Der Wassergraben um die Außenanlage droht fest zuzufrieren”, sagt Pressesprecherin Ilona Zühlke. Dadurch könnten die Raubtiere über den Graben spazieren und sich unter die Besucher mischen. Auch bei den Bären gibt es dieses Problem. Hier hat der Zoo jedoch das Wasser im Graben inzwischen abgesenkt, sodass mögliches Eis keine Brücke für die Tiere bilden kann.

Neben der Sorge um die Besucher treibt die Pfleger im Münsteraner Allwetterzoo in diesen Tagen auch die Sorge um die Verpflegung der Vögel um. „Das Trinkwasser muss viel häufiger ausgetauscht werden als sonst, damit es nicht gefriert”, berichtet die Pressesprecherin des Tierparks. Und auch das Futter müssten die Pfleger im Blick behalten, da auch dieses gefrieren könne. „Das heißt, es gibt derzeit sehr viel zu tun für die Pfleger”, sagt Zühlke.

Schnee in Afrika verursacht „kleines Problemchen”

Richtig Spaß am winterlichen Wetter haben derweil die Nashörner. „Sie pusten in den Schnee, weil sie das witzig finden”, erzählt die Münsteranerin. Zu lang dürfen aber auch sie nicht draußen bleiben. Sonst könnten ihnen die Ohren oder die Schwanzspitzen abfrieren, warnt der Zoologische Leiter der Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen, Frank Ahrens.

Überhaupt seien die Tiere in der Afrika-Welt des Zoos derzeit „ein kleines Problemchen”. Schließlich sind sie eisige Temperaturen nicht gewohnt. Der Zoo kühlt daher nachts die Temperaturen in den Ställen der Tiere herunter, damit sie sich langsam an die Kälte gewöhnen.

Die „Könige der Tiere”, die Löwen, erhalten jedoch eine Vorzugsbehandlung. Sie können ihren königlichen Liegeplatz in der Außenanlage auch bei Kälte nutzen, ohne zu frieren. Denn unter dem Platz hat der Zoo eine Fußbodenheizung installiert. Und auch die roten Varis, kleine Primaten, haben ihre kleine Wärmeoase mit Heizlampe, in der sie sich aufwärmen können.

Den frierenden Zoobesuchern hilft dies freilich wenig. Die Pressesprecherin des Münsteraner Zoos empfiehlt ihnen daher, bevorzugt die Häuser des Tiergartens zu besuchen. „Auch da gibt es sehr viel zu sehen”, sagt Zühlke. Und wem das immer noch zu kalt ist, für den hat der Kölner Zoodirektor Pagel noch einen Geheimtipp: „Besuchen Sie unsere Warmhäuser, da sind Sie in den Tropen.”
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