Hellenthal - Zoff im Wildgehege Hellenthal

Zoff im Wildgehege Hellenthal

Von: Ronald Larmann
Letzte Aktualisierung:

Hellenthal. „Da ist doch das Wildgehege mit den Greifvögeln.” Diesen Satz hören Hellenthaler Bürger häufig, wenn sie in der Region sagen, wo sie herkommen. Hellenthal und das Wildgehege mit der Greifvogelstation sind in den Köpfen der Menschen miteinander verbunden.

Kein Wunder, dass einer der Ideengeber für das Wildgehege, Horst Pankatz, und der Allgemeine Vertreter des Hellenthaler Bürgermeisters, Rudolf Westerburg, der Meinung sind, dass eine Trennung der Attraktionen der denkbar schlechteste Weg sei.

Doch genau das scheint zu drohen, wenn die beiden Betreiber keine Einigung im Streit um die Eintrittsgelder finden.

Rückblende: Am zweiten Weihnachtstag war zwischen dem Wildgehege-Chef Wolfgang Fischer und dem Chef der Greifvogelstation, Karl Fischer, ein schon länger schwelender Streit öffentlich eskaliert. Die Gehegebesitzer, Wolfgang und Marie-Theres Fischer, wollten nach Aussage von Karl Fischer eine Eintrittspreiserhöhung erzwingen. Dies habe er, sagte Karl Fischer, abgelehnt.

Daraufhin habe das Wildgehege-Paar den Eintritt im Alleingang erhöht. Dazu käme, sagte Karl Fischer weiter, dass der Eintrittserlös in der Regel aufgeteilt werde. Die Besitzer des Geheges hätten nun einen Teil einbehalten. Ein von Karl Fischer beauftragter Anwalt habe die Gehegebesitzer aufgefordert, das Geld wieder auszuzahlen. Dies sei aber nicht geschehen.

Deshalb hatte der Chef der Greifvogelstation ein eigenes Kassenhäuschen aufgestellt und die Eintrittsgelder für seine Attraktion separat kassiert. Vier Euro wollte er pro Person haben. Normalerweise kostet der Eintritt für Wildgehege und Greifvogelstation sechs Euro. Die Besucher waren verwirrt.

Wolfgang Fischer hatte daraufhin juristische Schritte eingeleitet. Per einstweiliger Verfügung wurde die zweite Kasse geschlossen. „Auf diesem Weg ist der alte Zustand wiederhergestellt”, sagte Wolfgang Fischer. Und weiter: „Unser Bestreben ist es, dass wir uns wieder zusammen an einen Tisch setzen und dafür sorgen, dass das Gehege und die Greifvogelstation eine Einheit bleiben.” Das Landgericht Aachen muss nun entscheiden, ob das gemeinsame Wegerecht bestehen bleibt, oder nicht.

Karl Fischer hatte nach eigenen Angaben mit der einstweiligen Verfügung gerechnet. Der Chef der Greifvogelstation sagte, dass er davon ausgehe, dass alles auf eine Trennung der Betriebe hinauslaufe. Sollte es ein getrenntes Wegerecht geben, könne er, davon geht er aus, sein Kassenhäuschen auch wieder öffnen.

Der Hellenthaler Bürgermeister hatte für die Vorfälle deutliche Worte gefunden: „Es ist nicht gut, dass der Streit offen auf dem Rücken der Kunden ausgetragen wird”, sagte Westerburg. Er ist gegen eine Trennung. In Gesprächen habe „die Gemeinde die beiden Betreiber davor gewarnt, sich auseinander zu dividieren”. Man müsse im Sinne des Tourismus´ zu einer verträglichen Lösung kommen, forderte er. Immerhin strömten alleine im Jahr 2007 115.000 Besucher ins Wildgehege Hellenthal.

Die Entstehung des Wildgeheges

Ein Wildpark in der Eifel - diese Idee hatten vor über 40 Jahren die Förster Paul Losenhausen und Horst Pankatz. Dann ergab es sich, dass der argentinische Millionär und Großgrundbesitzer Guillermo Staudt ein großes Waldgebiet oberhalb von Hellenthal erbte. Dieser wusste damit nichts anzufangen und so nahmen Horst Pankatz und der Greifvogel-Experte Horst Niesters mit ihm Kontakt auf, um ihm die Errichtung eines Wildparks vorzuschlagen. Am 16. September 1967 wurde das Wildgehege eröffnet.

1975 rettete der arabische Großkaufmann Ebrahim Al Saman das Gehege vor dem Konkurs. Horst Niesters, der damals an einem Falkner-Großkongress in Abu Dhabi teilnahm, hatte den Kontakt zu dem Araber hergestellt. 1999 wechselte das 50 Hektar große Areal erneut den Besitzer, bis es schließlich zu den heutigen Besitzverhältnissen kam.
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