Zehn Jahre nach Aachener Bankraub: Ehefrau verpfeift Täter

Von: Tom Lammertz
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Zehn Jahre und fünf Monate nach dem Banküberfall an der Aachener Theaterstraße hat eine Frau ihren Ehemann wegen Körpereverletzung angezeigt und dabei mitgeteilt, dass er ihr von einem Bankübefall berichtet habe. Der 40-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Foto: Überwachungskamera / Quelle: Polizei Aachen Foto: berwachungskamera / Quelle: Polizei Aachen

Aachen/Goslar. 2000 Mark Belohnung lobte das Aachener Bankhaus Delbrück vor mehr als zehn Jahren aus, jetzt gab es den entscheidenden Hinweis ganz ohne Belohnung: Die Ehefrau des mutmaßlichen Täters hat ihn der Polizei in Goslar gegeben.

Der aus Weißrussland stammende 40-jährige mutmaßliche Täter sitze in Untersuchungshaft, sagte ein Sprecher am Mittwoch und bestätigte einen Bericht der „Goslarschen Zeitung”, demzufolge die Ehefrau ihren Mann kürzlich wegen Körperverletzung angezeigte und dabei erwähnte, dieser habe ihr von einem Bankraub in Aachen Ende 1998 berichtet.

Mit einem braunen Nylonstrumpf maskiert und mit Pistole bewaffnet, hatte der Bankräuber am 4. September 1998 um 12.04 Uhr den Schalterraum betreten und von den fünf Angestellten Bargeld gefordert. Kunden waren zur Tatzeit nicht in der Bank.

Mit der Beute, über deren Höhe Polizei und Bank schwiegen, flüchtete er zu Fuß - laut Zeugenaussagen über den Theaterplatz in Richtung Elisenbrunnen.

Die Fahndung blieb erfolglos. Obwohl der Mann mit Kapuzenjacke und Jogginghose auf den Bildern der Überwachungskamera trotz Stumpfmaske recht deutlich abgebildet war, fehlte bisher jede weitere Spur von ihm. Erst im Februar 2009 klickten die Handschellen.

Wie die „Goslarsche Zeitung” berichtet, soll die 37-jährige Ehefrau, die seit 1994 verheiratet ist und 2000 mit ihrem Mann und den Kindern von Weißrussland nach Goslar kam, im Januar Anzeige wegen Nötigung, Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung erstattet haben. Den Kindern habe er die Reisepässe, ihr die Fahrzeugpapiere und Schmuck abgenommen.

Nach Auskunft des Goslarer Kriminaloberkommissars Werner Fern habe die Frau im Gespräch dann auch das „private Geständnis” ihres Mannes erwähnt. Die Zeitung beziffert die Höhe der Aachener Beute mit 21.535 Mark.

Teile der beim Überfall getragenen Bekleidung seien die Basis für einen DNA-Abgleich gewesen, eine Speichelprobe habe der Mann freiwillig abgegeben, da er von den Ermittlungen offenbar keine Ahnung hatte. Laut Werner Fern sei die Speichelprobe beim Landeskrinimalamt mit den Kleidungsstücken vergleichen worden. Doch trotz des Treffers habe man den Mann nicht verhaften können, da er inzwischen untergetaucht gewesen sei. Gefasst habe man ihn schließlich in Hannover.
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