Yeti und Drachen zu Gast im Neandertal

Von: Gerd Korinthenberg, dpa
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Alien
Mythos Alien: Das Museum im Neandertal zeigt Skulpturen der kleinen grünen Männchen. Foto: dpa

Mettmann. Einäugige Zyklopen, fauchende Drachen und gewaltige Riesenvögel gehören rund um die Welt zum Sagenschatz vieler Völker. Zum großen Treffen dieser bizarren Wesen lädt von diesem Samstag (18. Juli) bis zum 1. November das Neanderthal-Museum in Mettmann.

Erstmals in Deutschland wird in der direkten Nachbarschaft des historischen Neandertaler-Fundplatzes die Schau „Monster & Mythen” gezeigt, die bereits als Publikumsmagnet im Museum für Naturgeschichte in London ausgestellt war. Zu mechanischem „Leben” hat eine japanische Spezialwerkstatt die meterhohen Sagenwesen erweckt, die auch schon das legendäre Kino-Ungeheuer „Godzilla” angefertigt hat.

„In vorwissenschaftlichen Zeiten rankte man Mythen um das Unerklärliche, um die Welt zu deuten”, erläuterte am Mittwoch Bärbel Auffermann vom Neanderthal-Museum den seriösen Hintergrund der musealen Monsterschau. Zu jeder der ein Dutzend beweglichen Riesen- Fantasie-Figuren gehört eine mit Fossilienfunden und alten Dokumenten „illustrierte” Erläuterung, wie es zum jeweiligen Mythos gekommen ist.

Spektakulär etwa der einäugige Zyklop, der zähnefletschend an einer blutigen Wildkeule nagt. Der benachbarte Schädel eines erst vor 10.000 Jahren im Mittelmeer-Raum ausgestorbenen Zwergelefanten dokumentiert, warum der griechische Sagenheld Odysseus dem Einäugigen über den Weg lief: Auf der Stirn des Mini-Elefanten klafft als Rüsselansatz ein faustgroßes Nasenloch, das verblüffend einer Augenhöhle ähnelt.

Auch die alten Chinesen stießen früh auf große Fossilien-Knochen und -Zähne und schrieben diese unerklärliche Entdeckung bereits vor 3600 Jahren nieder: Der Mythos des Drachen war geboren und ging als klassische Sage von dort um die Welt. Im Neanderthal-Museum hat er als flügelschlagendes Ungeheuer Kunststoff-Gestalt angenommen. Weitere Vitrinen erklären den möglichen realen Hintergrund des Yeti oder des Einhorn-Mythos oder zeigen vor 200 Millionen Jahre klauenförmig versteinerte Austern, die noch heute mancherorts „Fußnägel des Teufels” genannt werden.

Auch ein außerirdischer „Alien” blinzelt im Museumssaal seinen historischen „Verwandten” aus Riesen-Katzenaugen zu: „Heute haben wir die ganze Welt erklärt, jetzt müssen wir mit unseren Mythen ins Weltall gehen”, erklärt Museums-Frau Auffermann die Entstehung der modernen Fantasy-Gestalt aus dem Universum.
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