Wütendes Hupen beeindruckt Gehbehinderte nicht

Von: hau
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Aachen. Da waren offenbar gleich mehrere Sicherungen durchgebrannt: Etwa eine halbe Stunde lang blockierte nachmittags eine 52-jährige Frau aus Aachen mit ihrer Gehhilfe den fließenden Verkehr auf dem Amsterdamer Ring, weil sie sich von einem Pkw-Fahrer massiv behindert fühlte.

Zu der Zuspitzung kam es nach Darstellung der Polizei folgendermaßen: Ein Pkw-Fahrer stand auf einer der beiden Linksabbiegespuren des Amsterdamer Ringes in die Vaalser Straße, als sich ein Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn näherte.

Der vor der Ampel stehende Autolenker ließ deshalb (bei Grün) das Hilfsfahrzeug passieren, befand sich allerdings auf dem Zebrastreifen, als das Signal wechselte und Grün für die Fußgängerin zeigte. Obwohl der Mann noch zurücksetzte, um den Weg freizumachen, geriet die 52-Jährige dermaßen in Rage, dass sie sich samt Rollator in der Weise vor dem Kühler des Wagens postierte, dass es auf dem Amsterdamer Ring auf den betroffenen Fahrbahnen weder vorwärts noch rückwärts ging. Nicht nur dem Abbieger, auch Dutzenden Verkehrsteilnehmern dahinter versperrte die resolute Frau den Weg, und das mitten im Berufsverkehr.

Sprecher Paul Kemen: „Sowohl Hupen als auch wütende Proteste der Autofahrer ignorierte sie beharrlich.” Einem der Steckengebliebenen riss schließlich der Geduldsfaden, er alarmierte die Polizei. Den herbeigeeilten Beamten gegenüber erklärte die Frau, sie habe sich als Verkehrsteilnehmerin nicht ernstgenommen gefühlt.

Kemen: „Sie bezeichnete ihr Verhalten als erzieherische Maßnahme.” Die Polizei löste den Stau auf und zeigte der Gehbehinderten die gelbe Karte: Wegen Nötigung leiteten die Ordnungshüter von Amts wegen ein Verfahren gegen die 52-Jährige ein.
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