„Women-Summerland“-Festival: Schminken, Stricken und Poledance

Von: Katrin Fuhrmann
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Sehen und gesehen werden: Inspirationen für den richtigen Look auf Festivals finden Frauen beim Coachella-Festival in Kalifornien. Männer sind dort aber auch erlaubt. Foto: dpa
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Ohne Männer können Frauen ausgelassener feiern: Das glaubt Veranstalterin Nicole Hafner. Foto: Katrin Fuhrmann

Wassenberg. Wenn es nach Nicole Hafner geht, verwandelt sich der Amici Beach in Wassenberg im September zu einem Paradies für Frauen. Oder zumindest das, was Hafner dafür hält. Die 29-Jährige organisiert erstmals das „Women-Summerland“-Festival.

Es ist laut Hafner das erste Festival nur für Frauen in Deutschland. Und was machen Frauen, wenn sie Spaß haben wollen? Sie können sich die Haare machen lassen, sich schminken und stylen lassen – ähnlich wie auf einer Schönheitsfarm - , sie können an einem Pferde-Coaching teilnehmen und Poledance ausprobieren. Was sich nach den reinsten Klischees anhört, soll der Wunsch der Zielgruppe sein. Das sagt Hafner , die Eventmanagerin und Geschäftsführerin der Bochumer „Neo Move“-Agentur ist.

Hafner hat dafür in einer Studie 1500 Frauen nach ihren Leidenschaften und Bedürfnissen gefragt. Sie hatte schon länger den Wunsch, ein Festival nur für Frauen zu veranstalten. Hafner hat viele Jahre als Eventmanagerin in Mönchengladbach gearbeitet. Dabei ist ihr vor allem eins aufgefallen: „Frauen kommen nicht auf ihre Kosten.“ Sie habe bisher noch keiner gefragt, ob sie sich auf Partys wohlfühlen und was sie von einer guten Veranstaltung erwarten. So zumindest beschreibt es die 29-Jährige.

Die Frauen gaben in der Studie unter anderem an, dass sie gern mal ohne Männer feiern gehen würden. Das Ergebnis hatte Hafner erwartet. Aber: Das Gesamtkonzept entstand erst nach der Auswertung. Das Ergebnis: Kultur, Sport und Wellness sind für Frauen sehr wichtige Faktoren, so Hafner. „Frauen erwarten von einem guten Festival mehr als bloß gute Musik“, sagt sie.

Und so setzte Hafner Stück für Stück verschiedene Puzzle-Teile zusammen. Zumba, Pilates aber auch Stricken und Bauchtanz reihen sich in der Liste der Angebote neben Wasserski, Lesungen, Poetry-Slam und Pferde-Coaching. „Ich hatte die Idee, dass jede Frau auf dem Gelände machen kann, was sie will oder was sie immer schon machen wollte, zwischendurch aber immer wieder mit ihren Freundinnen zu einem Cocktail zusammenkommen kann“, sagt Hafner.

Hafner schließt Männer bewusst aus. Dafür ist sie aber noch nicht kritisiert worden, wie sie sagt. Im Gegenteil. „Männer fahren zum Ballermann oder auf Kegeltour. Und was machen die Frauen?“, sagt Hafner. Es sei an der Zeit, auch an sie und ihre Leidenschaften zu denken.

Hafner macht ein Festival von Frauen für Frauen. Und deshalb sind die Acts ebenfalls ausschließlich Frauen. Nur unter das Sicherheitspersonal werden sich ein paar Männer mischen. Ansonsten wird sich auf dem Gelände kein Mann aufhalten (dürfen).

Und warum genau fiel die Wahl auf den Amici Beach in Wassenberg? Das sei ganz einfach, sagt Hafner. Das Gelände am Effelder Waldsee biete eine große Fläche, auf der alle Freizeitangebote wie zum Beispiel Wasserski stattfinden könnten. Außerdem spreche man vor allem auch Frauen aus Belgien und den Niederlanden an. Die hätten es auf Grund der Grenznähe nicht so weit. Außerdem sei der Raum sehr geschützt. So könnten die Frauen ausgelassen feiern – ohne „blöde Sprüche von Männern zu kassieren“.

So zumindest sieht es Hafner. Und sie geht sogar noch einen Schritt weiter. Ohne Männer auf dem Festival, könnten die Frauen viel ausgelassener und eher sie selbst sein. Hafner rechnet mit rund 5000 Besucherinnen. Für sie steht außerdem fest, dass es im kommenden Jahr eine zweite Auflage des Festivals geben soll.

Einen kleinen Haken hat die ganze Sache allerdings trotzdem: Schirmherr der Veranstaltung ist Manfred Winkens (CDU), Bürgermeister von Wassenberg, und er ist nun mal ein Mann. „Deswegen gilt für ihn auch eine strenge Regel“, sagt Hafner und lacht. Er eröffnet das Festival und muss dann direkt wieder verschwinden. Konzept ist Konzept, das Männerverbot gilt auch für ihn. Angemerkt

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