Herzogenrath - Wo Drohnen beim Blumengießen helfen

Wo Drohnen beim Blumengießen helfen

Von: Rolf Hohl
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Drohne im Landeanflug auf die bewegliche Plattform. Im Sportpark Kohlscheid mussten die Hobbyflieger komplizierte Manöver mit ihren Fluggeräten schaffen. Dabei durfte in der Sporthalle kein GPS benutzt werden. Foto: Rolf Hohl

Herzogenrath. Wenn in diesem Sommer in unserer Nähe ein leises Summen zu hören war, dann war das oft eine der besonders zahlreichen Wespen. Das Geräusch könnte aber auch eine andere Quelle haben – eine elektrische Drohne. Sie sollen uns in Zukunft dabei helfen, den Alltag besser zu meistern – vielleicht sogar Blumen gießen, Hunde ausführen oder Pakete ausliefern.

Einiges davon funktioniert tatsächlich schon heute – manches aber auch nicht.

Die RWTH Aachen veranstaltete dazu am Mittwoch einen internationalen Wettbewerb für Kleinstfluggeräte im Sportpark Kohlscheid. „Momentan geht es bei der Entwicklung von unbemannten Fluggeräten, vor allem um das Erkennen und Lösen von einfachen Aufgaben“, erklärte Tobias Ostermann, Organisator des Wettbewerbs und Diplomingenieur an der RWTH. Genau das haben die acht Teams aus dem Iran, Frankreich, Brasilien, Deutschland und den Niederlanden versucht.

Anhand der Farbe der Blüten sollten die Drohnen etwa erkennen, welche der drei übergroßen Blumen gerade Wasser braucht und dort eine kleine Papierkugel abwerfen. Sie mussten durch Fenster fliegen, einem Seil auf dem Boden folgen und zum Schluss auf einer sich bewegenden Plattform landen. Das alles wurde zusätzlich erschwert: In der Sporthalle durfte kein GPS genutzt werden. Die Drohnen mussten positionsgenau gesteuert werden. Nicht selten landeten die Papierkügelchen deswegen neben den Blumentöpfen – und die Drohnen auf dem Rücken. Es muss eben vieles zusammenspielen, damit die künftigen Helfer reibungslos funktionieren.

„Das meiste Know-how kommt während der Arbeit an den Fluggeräten. Der Wettbewerb mit den anderen Teams ist dann mehr Spaß, besonders, wenn man sieht, wie sie die Probleme gelöst haben“, so Alexander Kern, der mit seinem Team von der TU Braunschweig angetreten war. Knapp zwei Monate haben er und seine neun Kollegen zusammen am Projekt gearbeitet. Jeder mit seinem eigenen Fachbereich, ob nun Steuerung, Sensorik oder Antrieb. „Wir treffen uns immer in der Freizeit und entwickeln das Fluggerät weiter, weil wir Lust dazu haben.“ Technisch sehe er praktisch kaum Grenzen für den Einsatz von Drohnen.

Organisator Ostermann ist überzeugt, dass früher oder später die kleinen Flugobjekte ebenso selbstverständlich sein werden, wie die automatischen Rasenmäher, die schon jetzt auf vielen Grundstücken unterwegs sind. „Die Akzeptanz kann nur gelingen, wenn die Drohnen Teil unseres Alltags sind und sie als Helfer wahrgenommen werden.“ Dabei sei die Sicherheit für die Menschen der wichtigste Faktor. Momentan gibt es lediglich Versuche mit autonom fliegenden Drohnen. Ansonsten werden sie noch immer unmittelbar von Menschen gesteuert, die dann die Verantwortung für die Sicherheit tragen.

Doch wie verhält es sich mit Drohnen, die zum Beispiel Pakete ausliefern? Nach welchen Kriterien tun sie das? Wie kann man sie programmieren? Eine Antwort hat auch Ostermann darauf nicht, schließlich seien diese Fragen noch Gegenstand zahlreicher Forschungen an den künftigen Sicherheitssystemen. Jedoch müssten die Drohnen der Zukunft in der Lage sein, „auch in kritischen Situationen“ eine Hilfe zu sein.

Bis Drohnen Einzug in unseren Alltag halten, wird es noch lange dauern. Das wird spätestens dann klar, wenn man die vielen technischen und gesetzlichen Hürden sieht, vor denen die Fluggeräte stehen – und nicht zuletzt die oft eher unbeholfenen Flugmanöver.

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