Düsseldorf/Köln - Winterwetter: Weihnachtliche Ruhe kehrt ein

Winterwetter: Weihnachtliche Ruhe kehrt ein

Von: Markus Peters und Michael Bosse, dapd
Letzte Aktualisierung:
koelnstrassenbahn
Bahn frei: Zwei Mitarbeiter der Kölner Verkehrsbetriebe enteisen am Sonntag die Gleise auf der Aachener Straße in Köln. Im Nahverkehr läuft immer noch nicht alles rund, aber die Verkehrslage hat sich beruhigt. Foto: dpa

Düsseldorf/Köln. Nach den teilweise massiven Verkehrsproblemen hat sich die Situation in Nordrhein-Westfalen am zweiten Weihnachtsfeiertag weiter entspannt. Wie die Leitstelle der Polizei in NRW mitteilte, gab es am Sonntag kaum witterungsbedingte Probleme auf den Autobahnen des Landes.

Im Bahnverkehr kann es aufgrund des Winterwetters allerdings weiterhin zu Verzögerungen vor allem im Fernverkehr kommen.

Am Samstag zählten die Polizeistellen in NRW von mittags um 12 bis abends um 20 Uhr noch fast 480 witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Dabei wurden 22 Menschen zum Teil schwer verletzt. Es entstand ein Sachschaden von etwa 875.000 Euro.

Behinderungen im Zugverkehr

Im Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen konnte am Sonntag die Regionalbahn zwischen Dormagen-Horrem und Grevenbroich wegen vereister Weichen nicht fahren. Auch der Bahnverkehr zwischen Remscheid und Solingen beziehungsweise Remscheid und Wuppertal wurde teilweise eingestellt. Zudem gebe es nach wie vor Verzögerungen im Bahnverkehr, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Zugreisende sollten sich deshalb vor Reiseantritt über die Situation informieren.

Weitgehend ohne Probleme verlief dagegen der Flugverkehr auf dem Flughafen Düsseldorf. Nachdem dort Heiligabend aufgrund der starken Schneefälle rund 250 Flüge annulliert wurden, gab es am Sonntag keine größeren Probleme mehr, sagte ein Sprecher des Flughafens auf dapd-Anfrage. Allerdings könnten einzelne Flüge noch gestrichen werden.

Die Polizei warnte derweil vor Spaziergängen im Wald. Aufgrund der enorm hohen Schneelast müsse mit dem Umstürzen von Bäumen und dem Abbrechen von Ästen gerechnet werden. Heiligabend war eine 47 Jahre alte Frau im Gelsenkirchener Stadtwald von einem herabstürzenden Ast erschlagen worden. Die 47-Jährige starb trotz sofort eingeleiteter Notfallmaßnahmen noch am Unfallort.

Auch die Schneelast auf Flachdächern bleibt ein Problem. In der Gelsenkirchener Veltins-Arena rissen drei Bahnen des Stadiondachs ein. Der für Donnerstag, 30. Dezember, geplante internationale Biathlon-Wettbewerb musste abgesagt werden.

In Münster überprüfte die Stadt ihre Gebäude auf Standfestigkeit. Im Mittelpunkt steht nach Angaben eines Sprechers die Sicherheit von Schwimmbädern, Sport- und Turnhallen sowie Schulen. Diese Gebäude wurden vorsichtshalber gesperrt. Hallenbäder sollen auch nach Weihnachten geschlossen bleiben. Auch die Eigentümer und Betreiber privater Hallen wurden aufgefordert, die Standsicherheit ihrer Gebäude überprüfen zu lassen. Heiligabend war in Münster das Dach einer Turnhalle eingestürzt. Menschen waren zu dem Zeitpunkt nicht in der Halle. Vermutlich hatten Schneeverwehungen auf dem Dach zu einer ungleichmäßigen Belastung der Konstruktion geführt.

Bei Dülmen brach am Samstag das Dach eines Schweinestalls ein. 400 Tiere mussten aufwendig geborgen werden. In Bottrop erlitt ein 59 Jahre alter Mann lebensgefährliche Verletzungen, als er sein mit Plastikplatten belegtes Terrassendach von den Schneemassen befreien wollte. Er brach durch das Dach und stürzte etwa zwei Meter tief auf die Terrasse. In Dortmund sollten aufgrund der Schneemengen 34 städtische Kindertageseinrichtungen am Montag vorsorglich geschlossen bleiben.

Ausflügler genießen Winterwetter

Zahlreiche Ausflügler nutzten unterdessen die angenehmen Seiten des Winters. So erwartete die Wintersport-Arena Sauerland an den Weihnachtsfeiertagen mehrere Zehntausend Besucher. Die Stimmung bei Gästen, bei Gastronomen und Hoteliers sei ausgezeichnet, hieß es. Rund 90 Lifte liefen, etwa 150 Kilometer Loipen seien gespurt. Und das Winterwetter wird NRW auch weiterhin erhalten bleiben.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen sind neue Schneefälle in den nächsten Tagen zwar eher selten. Aber bei leichtem Dauerfrost bleibt der Schnee liegen und nachts können die Temperaturen bis in den zweistelligen Minusbereich sinken. Erst zur Wochenmitte dürften die Temperaturen etwas ansteigen. Dann kommen aber auch wieder Niederschläge, eventuell als Regen und mit der Gefahr von Glatteis. Eine grundsätzliche Wetteränderung zeichne sich nicht ab, betonte eine DWD-Meteorologin.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert