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Wind statt Braunkohle: RWE weiht Windpark auf Garzweiler-Halde ein

Von: dpa
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Windpark
Ein Ausschnitt der Windparkanlage Königshovener Höhe in Bedburg. RWE eröffnet den neuen Windpark als Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Bedburg. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Bedburg. Strukturwandel von der Braunkohle zur Grünen Energie: Auf einer früheren Fläche des Braunkohle-Tagebaus Garzweiler hat der Energiekonzern RWE am Mittwoch einen großen Windpark offiziell eingeweiht.

Die Anlage auf der Königshovener Höhe bei Bedburg läuft bereits seit Ende 2015 ohne Probleme im regulären Betrieb. Mit 21 Windrädern hat sie eine Kapazität von 67 Megawatt und kann damit rechnerisch knapp 60.000 Haushalte mit Strom versorgen.

„Das ist Energiewende pur”, sagte der Chef der RWE-Tochter für Erneuerbare Energie, Hans Bünting. Vor einigen Jahren hätten am Standort noch die Braunkohlebagger gearbeitet, nun erzeuge der Windpark grünen Strom für Tausende Haushalte. Das Rheinische Revier biete hervorragende Windbedingungen. RWE sei auch an weiteren Projekten in der Region interessiert. „Wir wollen weitermachen.”

Der Windpark sei der größte in Nordrhein-Westfalen, sagte Bürgermeister Sascha Solbach (SPD). An den Investitionskosten von rund 110 Millionen Euro habe sich die Stadt Bedburg mit 49 Prozent direkt beteiligt, was bundesweit ungewöhnlich sei. Die Stadt habe dafür viele andere Förderprojekte in der Kommune zurückstellen müssen. Es habe sich aber gelohnt. Schon für 2015 sei ein „hoher sechsstelliger Ertrag” an die Stadt zurückgeflossen.

Im Braunkohleabbau im Rheinischen Revier beschäftigt RWE noch rund 10.000 Arbeitskräfte. Die Zahl wird sinken, wenn zwischen 2017 und 2019 fünf RWE-Braunkohleblöcke gemäß den Klimazielen der Bundesregierung zunächst vorübergehend abgeschaltet und später endgültig stillgelegt werden. Von Investitionen in Erneuerbare Energie erhofft sich die Politik zukunftsfeste neue Beschäftigung. Ein Jobmotor mit dem Volumen der Braunkohle werde die Windenergie aber nicht, räumte Bünting ein.

Mit der Einweihung erhielt der Windpark gleich einen Preis: Ein Vertreter der Landesinitiative Klima Expo.NRW zeichnete die Anlage als landesweit 108. Standort als „Vorreiter im Klimaschutz” aus.

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