Wie man grüne Löwen druckt lernt man im „FabBus“ der FH Aachen

Von: Sabine Rother
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Skurrile Wesen aus dem 3D-Drucker: Professor Andreas Gebhardt, Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes Hochleistungsverfahren und Fertigungstechnik an der FH Aachen und Doktorandin Laura Thurn laden in den „FabBus“ ein. Foto: Harald Krömer
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Der „FabBus“ namens „Wolfgang“: ein umgebauter Doppeldecker, mit dem das FH-Team zu Schulen und Betrieben fährt und vor Ort den Nachwuchs für neue Technologien wie das 3D-Drucken begeistert. Foto: Arnd Gottschalk
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Im attraktiven Doppeldecker „Wolfgang“ werden elf 3D-Drucker zur Verfügung stehen. Foto: Arnd Gottschalk
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Bei ihnen laufen die Fäden zusammen: Projektleiterinnen beim Katschhof-Projekt sind Jutta Göricke (rechts) und Elena Reinders. Foto: Andreas Herrmann

Region. Ein Sandkasten wird zur exklusiven Bushaltestelle, Kinder dürfen Super-Flummis nicht nur hüpfen lassen, sie lernen sogar, wie man die mobilen Bällchen herstellt, es gibt spannende Ausflüge in die Zukunft, aber zugleich Liegestühle, die einfach nur zum Entspannen, Zuschauen und Plaudern einladen.

Unter dem Dach des „Future Lab Aachen“, einer gemeinsamen Initiative der Stadt Aachen und ihrer Hochschulen RWTH, Fachhochschule (FH), Katholische Hochschule NRW (KatHO) sowie Hochschule für Musik und Tanz gibt es nach dem erfolgreichen Start 2016 in diesem Jahr erneut einen „Archimedischen Sandkasten“ auf dem Aachener Katschhof, der zugleich Element der Ferienspiele ist.

Zwischen Dom und Rathaus dürfen Spielfreudige aller Altersgruppen vom 29. Juli bis 20. August täglich von 9 bis etwa 22 Uhr in 140 Tonnen Sand auf rund 320 Quadratmetern Fläche buddeln und baggern. „Der große Erfolg im letzten Jahr hat zum Entschluss geführt, das Konzept deutlich zu erweitern“, sagt Jutta Göricke, die zusammen mit Kollegin Elena Reinders das Projekt leitet. „Bemerkenswert war die friedliche Atmosphäre, in der hier Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammentrafen.

Sogar spät abends kamen noch ältere Leute, die Schuhe und Strümpfe auszogen und Sandburgen bauten. Morgens haben schon ab sieben Uhr die ersten Eltern mit ihren Kindern im Sand gespielt.“

Was kostet der „Archimedische Sandkasten“? Jutta Göricke kann keine konkreten Zahlen anbieten – dafür eine Menge Einsatzfreude. „Der Stadtbetrieb baut den Sandkasten, hat für die Konstruktion gesorgt und bringt uns den Sand, die Stadtreinigung pflegt den Sandkasten täglich, der Fachbereich Kinder, Jugend und Schule setzt Mittel der Ferienspiele ein, zum Beispiel bei der Kooperation mit der Bleiberger Fabrik.“ Dabei ist der Sandkasten nicht nur ein Ort für Aktionen, sondern zugleich ein Symbol: „Die Wissenschaftsstadt ist lebendig und bezieht auch Kinder mit ein“, erläutert Jutta Göricke das Programm, das von den Fächern Mathematik, Informatik,Naturwissenschaften und Technik gespeist wird.

Forschen und Ausprobieren

Das Motto „Zukunft bauen“ führt Teilnehmer auch an andere Orte: zur Bleiberger Fabrik, zur RWTH und zur FH. Oder es kommen spannende Gäste zum Aktionstag am Sandkasten am 3. August wie das „GoetheLab-Team“ der FH mit seinem imposanten „FabBus“, in dem mobiles 3D-Drucken zum Erlebnis wird, und die Experten des „Continium Discovery Centers“ aus Kerkrade, die Kinder im Grundschulalter im „eXploregio.mobil“ zum Forschen und Ausprobieren einladen.

Wer beim CAD-Workshop der Kunst- und Kulturvermittlung der Städtischen Museen in Zusammenarbeit mit der FH und an der FH das Handwerkszeug der Ingenieure ausprobiert, erfährt, wie man durch Einsatz des Computers Bauteile dreidimensional konstruiert. Gebaut wird dann live im Sandkasten, wo Kinder und Jugendliche unter fachkundiger Anleitung eine monumentale Installation aus Dachlatten errichten, begleitet von Pädagogen der Bleiberger Fabrik. Deren Vorbild ist der belgische Künstler Arne Qinze (Jahrgang 1971), der durch seine Skulpturen aus Holzlatten berühmt wurde.

Ein Highlight des Projektes „Archimedischer Sandkasten“ wird der „FabBus“ der FH sein. Ihn hat das „GoetheLab-Team für Additive Fertigungsverfahren“ – also Fertigungstechnik der Schichtbauverfahren – um Professor Andreas Gebhardt, Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes „Hochleistungsverfahren und Fertigungstechnik“, entwickelt und auf den Weg zu Schulen und Betrieben gebracht. „Goethe“ weil dieser FH-Bereich an der Goethestraße in Aachen liegt.

Elf 3D-Drucker

Im attraktiven Doppeldecker „Wolfgang“ (nach Johann Wolfgang Goethe) werden elf 3D-Drucker aktiviert. „Diese Technik ist für Europa, aber auch für die regionale Entwicklung sehr wichtig“, betont Gebhardt. „Die Schüler dürfen eigene Entwürfe umsetzen“, verspricht Doktorandin Laura Thurn, die mit ihrer Studienkollegin Julia Kessler den „FabBus“ betreut. Der Name leitet sich von „Fabber“, einer Abkürzung für den „digital fabricator“ ab, also ein Gerät, das Gegenstände, basierend auf CAD-Daten, erzeugt. Stars im Bus werden zudem ein grüner Löwe und allerlei grell-bunte Fabelwesen sein – alle gedruckt. „Inzwischen können wir sogar Bauteile aus Metall herstellen“, berichtet Gebhardt. Eine seiner Doktorandinnen arbeitet am Mondsand.

Ein Konzert auf der Rathaustreppe, gestaltet vom Trompetenensemble der Musikhochschule unter der Leitung von Professor Anna Freeman, führt am 3. August ab 17 Uhr die Besucher zurück in die Gegenwart. Mit Werken der Komponisten vom Barock bis zu den 50er Jahren wird zudem die Vergangenheit mitklingen.

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