Region - Wie die Schmuggler im Moor: Wandern im Naturpark De Meinweg bei Roermond

Wie die Schmuggler im Moor: Wandern im Naturpark De Meinweg bei Roermond

Von: Birgit Gerlach
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Viel Wasser und eine weitgehend unberührte Natur: Das macht den Naturpark De Meinweg für Wanderer – ... Foto: Birgit Gerlach
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... bei entsprechendem Schuhwerk – zu einem besonderen Erlebnis. Foto: Birgit Gerlach

Region. Auf alten Schmuggelpfaden führt diese Wanderung nahe Wassenberg/Roermond. Wir starten am Parkplatz am Ende der Straße Meinweg unmittelbar an der stillgelegten Bahnstrecke des Eisernen Rheins.

Egal, ob wir mit dem Bus oder mit dem Pkw angereist sind, auf dem Weg haben wir das Besucherzentrum De Meinweg passiert, dem wir entweder vor oder nach der Wanderung einen Besuch abstatten können. Neben der Ausstellung zum Nationalpark und Informationsmaterial gibt es Kaffee und Kuchen in Bioqualität. Wir überqueren die Bahnlinie und gehen geradeaus.

Hinter der Bahnlinie biegt die Asphaltstraße links ab, wir aber wandern weiter geradeaus in den Wald. Links von uns wechseln Streifen mit Heidelandschaft und Wald ab. Wir passieren drei Linksabzweige und biegen dann hinter einem schmalen Waldstreifen links ein. Rechts von uns liegt nun ein Moorgebiet. An der nächsten Kreuzung gehen wir rechts und biegen dann in den nächsten Linksabzweig ein.

Der Weg führt leicht bergab, am Ende biegen wir rechts ab. Nach knapp 50 Metern wandern wir wieder links ein Stück steil bergauf, bis wir an einer T-Kreuzung links und dann wieder bergab gehen. Nun folgen wir vorerst dem Hauptweg und können nach ungefähr 300 Metern rechts durch die Absperrung für Radfahrer einen Abstecher zu den romantischen, mit Seerosen bewachsenen Rolvennen-Weihern machen. Unsere Route führt uns jedoch weiter geradeaus und immer noch leicht bergab.

Ungefähr 15 Minuten hinter dem Abzweig zum Rolvennen überqueren wir in einer Rechtskurve den noch schmalen Bach Boschbeek. Knapp 100 Meter später weisen uns Schilder nach links zu einem Abstecher zum Rijstal Venhof, der Wanderer zur Kaffeepause willkommen heißt. Wir folgen unserer Route weiter geradeaus und gelangen nach rund 250 Metern an der deutsch-niederländischen Grenze zum Melickerven, einem Weiher, an dem Bänke zur Picknickpause einladen.

Artenschutzplattform

Am Ende des Weihers wandern wir nun auf der deutschen Seite nach rechts bergan in den Wald. Wir überqueren den gut erhaltenen Panzergraben der Maas-Rur-Stellung und wenden uns an der nächsten Möglichkeit nach links. An der folgenden Kreuzung gehen wir erneut links bis kurz vor den Panzergraben und dann rechts. An der nächsten Kreuzung wandern wir links und biegen an der folgenden Möglichkeit wieder links ab. Der Weg führt uns zurück zum Panzergraben, den wir nach etwa 200 Metern nach links überqueren.

Dahinter gehen wir gleich nach rechts weiter am Graben entlang und an der nächs­ten T-Kreuzung links. Nun geht es knapp fünf Minuten leicht bergab bis zur Artenschutzplattform Lüsekamp (Wasserblick 13). Wir wandern links und an der nächsten Möglichkeit im rechten Winkel nach rechts; die Straße, die im spitzen Winkel rechts abbiegt, ignorieren wir. Kurz darauf biegen wir an einer Gabelung links ab, gehen an der nächsten Kreuzung rechts und dann wieder rechts. Nach 100 Metern geht es im spitzen Winkel links ab. Wir treffen am Waldrand auf den breiten Bosweg, in den wir aber nicht einbiegen.

Stattdessen gehen wir gleich wieder links in den Wald hinein und, nachdem wir einen Waldweg überquert haben, direkt rechts. In den nächsten Waldweg biegen wir nach rechts ein und gehen an der folgenden Kreuzung links. Nach 100 Metern geht es wieder links und nach 50 weiteren Metern rechts in einen breiten Waldweg. Nun gehen wir rund 250 Meter geradeaus und dann an der zweiten Kreuzung links. Nach weiteren 250 Metern treffen wir an einer Kreuzung auf den breiten Melickerheideweg, in den wir nach links einbiegen und dem wir dann knapp 500 Meter geradeaus folgen. Wir überqueren einen Waldweg und folgen dem breiten Weg weiter halbrechts.

Einen Links- und den folgenden Rechtsabzweig ignorieren wir und überqueren kurz hintereinander zwei Wege, dann biegen wir an einer Kreuzung im rechten Winkel rechts ab. Nun gehen wir etwa 250 Meter geradeaus, alle Abzweige ignorierend, bis wir am Waldrand rechts gehen. Links liegt der Weiher und vor uns das Feuchtgebiet des Melickervens. Wir bleiben am Waldrand, überqueren noch einmal den Eisernen Rhein und durchqueren dann wieder ein Waldstück. Wir gehen an einer T-Kreuzung links in den breiten Weg am Waldrand und an der nächsten Möglichkeit rechts, weiter am Waldrand. Nach knapp 250 Metern gehen wir links und wählen den nächsten Abzweig nach links in den Wald hinein.

Der Weg wird zum Pfad und trifft dann auf einen breiten Weg, in den wir rechts einbiegen. Nach knapp 50 Metern gehen wir an einer Kreuzung geradeaus. Wenn wir stattdessen links gehen, kommen wir nach etwa 250 Metern erneut zum Rijstal Venhof. Rechts von uns liegen nun die Zandbergen, die Sandberge. Wir folgen dem Hauptweg, der uns zum Zaun des Ferienparks Elfenmeer führt, und gehen dann ein kurzes Stück weiter am Zaun entlang geradeaus, dann links und kurz darauf rechts, bis wir auf einen breiten Weg kommen. Rechts können wir nach knapp 500 Metern einen Abstecher zum Besucherzentrum De Meinweg machen. Gehen wir hier links, gelangen wir in knapp 250 Metern zurück zu unserem Ausgangspunkt, dem Parkplatz am Eisernen Rhein.

Am Wegesrand

Eine hochmoderne Eisenbahnlinie, der sogenannte Eiserne Rhein, sollte 1879 die Rheinschifffahrt durch das Vereinigte Königreich der Niederlande ersetzen und das aufstrebende Ruhrgebiet mit dem Antwerpener Seehafen verbinden. Auf 160,3 Kilometern entstand damals die kürzeste Verbindung zwischen Duisburg und Antwerpen ohne niederländische Zollstationen. Grundlage war das 1839 im Londoner Vertrag zugestandene Recht Belgiens, eine Landverbindung durch das niederländische Limburg bis zur damals preußischen Grenze zu schaffen.

Inzwischen fahren auf deutscher Seite nur noch Nahverkehrszüge auf dieser Strecke, seit 1992 enden diese in Dalheim, denn das Teilstück bis Roermond ist nicht mehr betriebsbereit. Überlegungen, die Strecke zu reaktivieren, um mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen, wurden auf Eis gelegt.

Auf den verschwiegenen Pfaden durch das ehemals wüste und wilde Meinweg-Gebiet wurde bis zur Öffnung der Grenzen in Europa Schmuggelware zwischen den Niederlanden und Deutschland transportiert. Besonders Kaffee und Zigaretten waren – wie „alte“ Grenzbewohner wissen – in den Niederlanden viel günstiger als in Deutschland. Für Ortskundige konnten Spaziergänge durch De Meinweg deshalb recht einträglich sein.

Der durchlaufende Panzergraben der Maas-Rur-Stellung ist nach Westen einem Stellungssystem vorgelagert, bei dem Ringstände, Erdbunker und Deckungslöcher sowie die Querverbindungen sehr gut erhalten sind. Vom Stellungssystem auf dem Hang führen Laufgräben hangabwärts in den Panzergraben.

Die Feuchtgebiete und Heiden im Nationalpark De Meinweg bilden eine ideale Lebensgrundlage für die selten gewordene Kreuzotter, niederländisch Adder. Diese kommt in keinem anderen Teil von Limburg vor und ist deshalb auch Teil des Nationalparklogos. Am gestreiften Band auf dem Rücken und mit einer Länge von 60 bis 80 Zentimetern ist sie leicht zu erkennen.

Das Gift der Kreuzotter ist dreimal giftiger als das einer Klapperschlange, trotzdem ist sie wesentlich weniger gefährlich, denn sie hat nur eine sehr geringe Giftmenge zur Verfügung. Außerdem ist sie so scheu, dass wir sie wahrscheinlich nicht zu Gesicht bekommen.

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