Wenn Polizisten mal Hilfe brauchen, gibt es die IPA

Von: Marie Ludwig
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Dietrich Hütter, ehemaliger Grenzschutzpolizist, ist heute in der Aachener Verbindungsstelle der IPA aktiv. Foto: Marie Ludwig

Aachen. Einbrüche, Verkehrsdelikte, Schlägereien – Polizist zu sein, ist nicht immer einfach. Und in Zeiten chronischer Unterbesetzung auf den Wachen kann der Beruf auch sehr belastend sein. „Gerade deshalb ist es wichtig, eine Gemeinschaft zu haben, die einen auffängt“, sagt Dietrich Hütter.

Er ist im Vorstand der International Police Association (IPA) aktiv, und mit „auffangen“ meint er weniger psychologische Unterstützung sondern vielmehr ein Netzwerk unter Polizisten, das für Halt sorgt.

Seit zwölf Jahren ist Hütter im Vorstand der Aachener Verbindungsstelle Beisitzer für Pensionäre. „Die Verbindungsstelle betreut das ganze Gebiet der Städteregion“, erzählt der 75-Jährige. Neben Exkursionen und Treffen mit anderen Verbindungsstellen gehören auch die monatlichen Sitzungen und zahlreiche Feste mit zum Vereinsleben.

Doch die Arbeit der IPA ist mehr als geselliges Zusammenkommen bei Stammtischen und Exkursionen. Vielmehr geht es darum, weltweit für Kontakte zwischen Kollegen zu sorgen. „Wir fördern Stipendien für Polizeiaufenthalte im Ausland, aber bieten unseren Mitgliedern auch Weiterbildungsmöglichkeiten in unserem internationalen Informations- und Bildungszentrum auf Schloss Grimborn.“ Fachlicher und persönlicher Austausch, das sei es, worauf es der IPA ankomme.

Füreinander da sein

Kulturelle Beziehungen stärken, beruflichen Erfahrungsaustausch fördern, dafür steht die IPA genau so, wie sich die Mitglieder für gegenseitige Hilfeleistungen einsetzen. „Das kann bei der Planung des nächsten Urlaubs oder des Auslandsaufenthalts des eigenen Kindes anfangen“, erzählt Hütter, „aber auch ganz konkret im Kleinen sein.“ Denn wenn Mitglieder in Not geraten, dann fängt das Netzwerk der IPA sie auf. Das kann eine finanzielle Unterstützung in Form eines neuen Rollstuhls für einen Kollegen sein, aber manchmal geht es auch einfach nur darum füreinander da zu sein.

„Auch in der Satzung der Vereinigung steht geschrieben, dass die IPA selbstlos tätig ist und keinen wirtschaftlichen Zwecken dient. Hier zählt vor allem soziales, freiwilliges Engagement. Doch dafür haben die wenigsten Kollegen noch Zeit“, beklagt Hütter. Immer weniger junge Polizisten würden der Vereinigung beitreten. „Am Geld liegt es, denk ich, nicht“, sagt Hütter. Die Vereinsmitgliedschaft kostet 25 Euro im Jahr.

Vielmehr sieht er das Problem in der Überlastung seiner Kollegen: „Die meisten Wachen sind völlig unterbesetzt, und der Dienstbetrieb lässt ehrenamtliches Engagement kaum noch zu.“ Hütter setzt sich deshalb dafür ein, dass die Arbeit der IPA mehr in den beruflichen Alltag eingegliedert wird.

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