Wenn Parkgebühren leere Kassen füllen

Von: Isabelle Hennes
Letzte Aktualisierung:
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Hinter einem Schild mit der Aufschrift «Parken nur mit Parkschein» ist in Düsseldorf ein Parkscheinautomat zu sehen.

Aachen. In vielen Städten sind die Parkgebühren in den vergangenen Monaten in die Höhe geschossen. Der Grund: Die öffentlichen Kassen sind leer. Aber nicht alle Kommunen folgen dem Trend. Manche machen aus der Not eine Tugend und verkünden stolz.

Bei uns gibt es keine Parkgebühren. Aber sie sind aus Sicht der Autofahrer leider in der Minderheit. Wer am Wochenende zum Einkaufsbummel in die Städte der Region fahren will, sollte in den meisten Fällen immer genug Kleingeld in der Tasche haben. Nicht nur, weil es in den Städten teuer sein kann, das Auto abzustellen. Sondern weil für einen kurzen Besuch der Innenstadt durchaus schon ein Fünf-Cent-Stück weiterhilft.

Großer Parkdruck in Köln

Tief in den Geldbeutel müssen Besucher der Stadt Köln greifen. Die Stadt steht bundesweit auf Platz zwei, was die Parkplatzgebühren in der Innenstadt angeht. Nur Stuttgart ist teurer. Autofahrer zahlen in der Domstadt 3 Euro pro Stunde. Seit Anfang des Jahres ist das so. Zuvor wurde im 30-Minutentakt abgerechnet, nun im 20-Minutentakt. Ziel der Erhöhung sei es, den Besuchern die Nutzung der Parkhäuser schmackhaft zu machen, sagt ein Sprecher der Stadt. „Es gibt in der Kölner Innenstadt einen großen Parkdruck. Damit vor allem Kurzparker in der Innenstadt die Chance auf einen Parkplatz haben, sind die Gebühren erhöht worden.“ Die Mehreinnahmen, rund eine Million Euro pro Jahr, wolle man aber nicht in neue Parkplätze investieren. Das Geld sei nicht zweckgebunden, sondern fließe in den allgemeinen Haushalt.

Köln ist damit Preis-Spitzenreiter in der Region. Die Idee, mit den Mehreinnahmen die Haushaltslöcher zu stopfen, findet sich aber auch woanders wieder. Im Preis liegen hinter Köln die niederländischen Städte Sittard, Geleen und Maastricht. Hier kostet eine Stunde Parken 2,60 Euro – nur 40 Cent weniger als in Köln. In den niederländischen Städten der Region gelten zeitliche Begrenzungen: montags bis samstags von 9 bis 19 Uhr, an sogenannten Kaufabenden, meist donnerstags, von 9 bis 22, und an verkaufsoffenen Sonntagen von 12 bis 18 Uhr.

Düsseldorf günstiger als Köln

Danach kommt Monschau: Die Stadt verspricht ihren Besuchern stressfreien Genuss der Altstadt ohne störenden Autolärm. Das Ganze hat aber seinen Preis. Besucher werden mit 2 Euro pro Stunde zur Kasse gebeten. Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist im Vergleich zu Köln mehr als einen Euro günstiger. 1,90 Euro kostet hier das Parken am Straßenrand in der City. Für jede angefangene Stunde zahlen Besucher 45 Cent. Allerdings nur, wenn sie von montags bis samstags in der Zeit von 9 bis 11 Uhr dort parken wollen. Teurer wird es montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr.

Auch in Aachen wird differenziert. Allerdings nicht nach Uhrzeiten, sondern nach Straßen. Wer in Aachen auf und innerhalb des Alleenrings parkt, zahlt 1,10 Euro pro Stunde. Wer sein Auto hingegen außerhalb des Alleenrings abstellt, zahlt 70 Cent pro Stunde.

Parken in Aachen ist damit um mehr als die Hälfte günstiger als in Köln – und günstiger als Düren. Parken in der Dürener Innenstadt kostet pro Stunde 1,50 Euro. Jülich, Lüttich, Eupen, Herzogenrath, Würselen und Eschweiler verlangen 1 Euro.

Im belgischen Lüttich bewegen sich die Gebühren in der Innenstadt zwischen 75 Cent und 1 Euro pro Stunde. Mehr als 1 Euro günstiger als im niederländischen Sittard, Geleen oder Maastricht. Dass Parken in Innenstädten teuer sein kann, ist nichts Neues. Neu ist allerdings, dass die Parkplatzgebühren und deren Erhöhung genutzt werden, um Haushaltslöcher zu stopfen. In Herzogenrath gilt seit Beginn des Jahres eine neue Gebührenordnung. Dank ihr fließen schätzungsweise 10 000 Euro mehr in den Haushalt.

Vielleicht wird Parken auch in Alsdorf teurer. Ein entsprechender Vorschlag ist bereits ausgearbeitet worden. Er wird im Moment in den Fraktionen beraten. In Heimbach hingegen gibt es schon einen Beschluss. Zum Jahresbeginn steigen die Preise um 50 Prozent. Noch kostet in Heimbach eine Stunde Parken 50 Cent. Die Stadt kann dank des Beschlusses mit 50 000 Euro mehr im Jahr rechnen. Auch hier ist das Geld nicht zweckgebunden, sondern fließt in den städtischen Haushalt.

Mit einem Fünf-Cent-Stück

Im Kreis Heinsberg gibt es jene Städte, die aus der Not eine Tugend gemacht haben. Geilenkirchen, Wegberg und Hückelhoven erheben keine Gebühren. Hier reicht die Parkscheibe aus. „Wir werben schon seit einigen Jahren damit, dass Hückelhoven die Stadt ist, die keine Parkplatzgebühren erhebt“, sagt ein Sprecher der Stadt. Auch in Baesweiler gilt die Parkscheibenpflicht.

In Heinsberg ist der Besucher mit einem Fünf-Cent-Stück dabei – für sechs Minuten. Eine Stunde Parken kostet 50 Cent. Ähnlich sieht es in Erkelenz aus. Auch hier kostet eine Stunde Parken 50 Cent. Allerdings ist der Besucher gezwungen, mindestens 25 Cent in die Parkuhr zu werfen. 10 Cent teurer ist es in Alsdorf.

Wer gar nichts für das Abstellen des Autos bezahlen möchte, sollte sich im Internet informieren. Hier gibt es Seiten fürs Gratisparken.

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