Weniger Banküberfälle, mehr Geldautomaten-Sprengungen

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
image001.jpg
Im Fall des gesprengten Geldautomaten in Würselen gibt es immerhin eine Spur. Freitagnachmittag teilte die Aachener Polizei mit, dass die beiden maskierten Männer in einem silbernen Mercedes C 63 AMG unterwegs waren. Foto: Benjamin Jansen

Würselen/Aachen. Die Täter kamen am Freitagmorgen um halb vier, jagten einen Geldautomaten in der Würselener Innenstadt in die Luft, nahmen das Geld mit und verschwanden so schnell wie sie gekommen waren. Ob es dieselben Täter waren, die in der Nacht zum Dienstag einen Geldautomaten in Herzogenrath gesprengt hatten, weiß die Polizei noch nicht, aber der Verdacht liegt nahe.

Im laufenden Jahr sind in der Region Aachen, Düren, Heinsberg acht Geldautomaten aufgesprengt worden, das sind fast 31 Prozent aller Taten dieser Art, die 2015 in Nordrhein-Westfalen gezählt wurden, 28.

Das Landeskriminalamt (LKA) bestätigte am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Grenznähe der Region offenbar ein Grund ist, gerade dort Geldautomaten zu sprengen. Je schneller die Täter jenseits der Grenze sind, desto geringer ist das Risiko, gefasst zu werden. Ein Sprecher des LKA teilte mit, dass diese Taten ohnehin nur selten aufgeklärt werden. Genaue Zahlen lägen allerdings nicht vor.

Dabei ist die Zahl der Banküberfälle generell stark gesunken und die Aufklärungsquote auf bis zu 70 Prozent gestiegen. 1995 wurden in NRW 284 Banken ausgeraubt, im Jahr 2000 noch 226, 2012 waren es 70, 2014 nur noch 47. Dafür ist die Zahl der gesprengten Geldautomaten gestiegen: Für 2006 wies die polizeiliche Statistik vier gesprengte Geldautomaten in ganz NRW aus, 2015 bislang 28.

Tanja Beller, Sprecherin des Bankenverbandes, der alle deutschen Privatbanken vertritt, erklärte am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Geldhäuser in den vergangenen 20 Jahren viel Geld in die Sicherheit investiert und Prozesse verändert hätten.

Geldbestände in den Filialen wurden reduziert, Tresore mit Zeitschaltern versehen. Doch auf das Sprengen von Geldautomaten haben die Banken noch keine Antwort gefunden. „Es ist ein Spagat, zwischen der Bequemlichkeit des Kunden und der Sicherheit des Automaten abzuwägen“, sagte Beller.

Im Fall des gesprengten Geldautomaten in Würselen gibt es immerhin eine Spur. Freitagnachmittag teilte die Aachener Polizei mit, dass die beiden maskierten Männer in einem silbernen Mercedes C 63 AMG unterwegs waren. Das Auto hat 476 PS und kostet um 100.000 Euro.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert