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Weniger Arbeit für's Arbeitsgericht: Zahl neuer Fälle sinkt

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das Aachener Arbeitsgericht hat am Freitag auf seiner Jahrespressekonferenz gute Nachrichten vermeldet: Die Zahl der eingehenden Fälle sinkt. Diese Entwicklung trägt zur Entlastung der acht Kammern des Aachener Gerichts bei und damit werden kürzer werdende Bearbeitungszeiten bei den eingehenden Fällen möglich.

Mit immerhin noch 4597 neuen Fällen im vorigen Jahr stellte Direktor Klaus Brondics im Vergleich zu 2014 einen Rückgang um 8,2 Prozent fest, überraschend, weil auch 2014 bereits ein Rückgang von rund fünf Prozent zu verzeichnen war. Über das Warum können die Arbeitsrichter nur spekulieren. Die Wirtschaft laufe momentan, und der Arbeitsmarkt sei „gut aufgestellt“, sagte Brondics. In Bezug auf die Arbeitsgerichtsbarkeit bedeute das, dass möglicherweise „viele Streitigkeiten bereits im Vorfeld mit Geld gelöst“ werden und die widerstreitenden Parteien „sich schnell auf Abfindungen“ einigen könnten. Zudem sei momentan das Job-Angebot gut.

Böller in Werkshalle: Kündigung

Das alles führe zu weniger Prozessen, sagte Presssprecher Benedikt Hövelmann, auch die Zahl der unerledigten Fälle (1295 im Jahr 2015) gehe zurück. Im gesamten Land NRW allerdings liege der Rückgang bei der Zahl neuer Fälle nur bei rund vier Prozent. In Deutschland gebe es oftmals „eine Tendenz zum Michael Kohlhaas“, stellte Brondics fest. Der Pferdehändler in der gleichnamigen Kleist-Novelle mochte das ihm angetane Unrecht auf Biegen und Brechen nicht auf sich sitzen lassen. Da gebe es gerade im Arbeitsleben Klagen „aus nichtigen Anlässen“, wegen eines nicht erstatteten Fahrtickets etwa.

Im krassen Gegensatz dazu stehen dreiste Fälle, wie etwa der eines beklagten Arbeitgebers, der auf der Damentoilette eine kleine Webcam im Handtuchhalter versteckte, die die Arbeitnehmerinnen dort filmte. Eine von ihnen klagte und bekam Schmerzensgeld in Höhe von 750 Euro. Den Prozess verloren hat dagegen ein Gießereiarbeiter, der im Januar 2015 einen starken Böller in der Werkshalle zündete. Seine Kündigung wurde bestätigt: Die Aktion habe Leben gefährdet.

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