Köln - Weltgrößte Ernährungsmesse Anuga beginnt in Köln

Weltgrößte Ernährungsmesse Anuga beginnt in Köln

Von: Markus Peters, ddp
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Köln. Die Wirtschaftskrise hat der deutschen Lebensmittelbranche bislang wenig zu schaffen gemacht. „Gegessen wird immer”, sagte Michael Gerling vom Branchenverband Deutscher Lebensmittelhandel am Dienstag in Köln.

Im vergangenen Jahr wurden im deutschen Lebensmittelhandel 164,3 Milliarden Euro umgesetzt, in diesem Jahr werden es voraussichtlich drei Milliarden Euro weniger sein. Damit werden weiterhin rund 40 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes in den Lebensmittel-Abteilungen gemacht. Allerdings könnten derzeit nur Discounter deutliche Umsatzzuwächse verzeichnen.

Neue Impulse erwartet die Branche von der weltgrößten Ernährungsmesse Anuga, die vom 10. bis 14. Oktober in Köln stattfindet. Auf der Leistungsschau der Lebensmittelbranche stellen 6522 Anbieter aus 97 Ländern ihre Neuheiten vor. Der Auslandsanteil liegt bei 84 Prozent. Nach Angaben von Koelnmesse-Chef Gerald Böse wird die Anuga die komplette 287.000 Quadratmeter Brutto-Ausstellungsfläche auf dem Kölner Messegelände belegen.

Unter dem Dach der Anuga sammeln sich zehn Fachmessen, die sich jeweils auf verschiedene Marktsegmente, wie Delikatessen, gekühlte Lebensmittel oder Fleisch konzentrieren. Bei ihrer letzten Ausgabe vor zwei Jahren verzeichnete die Messe mehr als 163.000 Fachbesucher.

Für Gerling gewinnt der demografische Wandel eine immer größere Bedeutung. Die Bevölkerung gehe zurück und die Haushalte würden immer kleiner. Im Jahr 2050 werde ein Drittel der Bevölkerung älter als 60 Jahre sein: „Die Chancen liegen nun darin, Produkte zu entwickeln und zu vermarkten, die den neuen Bedürfnissen entsprechen.”

Dies könnten Gesundheits- und Wellness-Produkte sein. Auf die Zunahme von Ein- und Zwei-Personen-Haushalten hätten die Hersteller bereits reagiert und würden zunehmend kleinere Packungsgrößen anbieten. Industriell vorproduzierte und unkompliziert zuzubereitende Convenience-Erzeugnisse seien beliebter denn je.

Bioprodukte seien weiter stark im Trend. Auch würden sich die Konsumenten gleichermaßen für die heimische wie für die internationale Küche begeistern.

Die deutschen Lebensmittelerzeuger erzielten nach Berechnungen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie in den ersten sieben Monaten des Jahres einen Umsatz von 85,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominellen Umsatzminus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ursache sei vor allem der Preisverfall bei Lebensmitteln, erläuterte Verbandssprecherin Sabine Eichner Lisboa in Köln. Preisbereinigt sei der Umsatz mit einem Minus von 0,3 Prozent nahezu stabil geblieben.

Die Branche behauptet sich weiter als viertgrößter Industriezweig in Deutschland, auch wenn die „aggressiven Preissenkungen im Lebensmitteleinzelhandel” für Besorgnis sorgen. Acht Preissenkungsrunden seit Jahresbeginn hätten dazu geführt, dass die Abgabepreise der Industrie an den Handel im August um 4,4 Prozent unter dem Vorjahresmonat lagen, klagte Eichner Lisboa.

Eine neue Preissenkungsrunde werde derzeit durchgeführt. Hintergrund sei vor allem ein massiver Verdrängungswettbewerb im Handel, sagte die Verbandsvertreterin und warnte vor den Konsequenzen. Zwar würden die Verbraucher kurzfristig von günstigen Preisen und einem im europäischen Vergleich unglaublich niedrigem Preisniveau profitieren. Langfristig werde der Preiskampf aber auf Kosten der Sortimentsvielfalt und der Qualität gehen.
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